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Wunderland am Wegesrand

Blühstreifen auf kommunalen Flächen in der Gemeinde Holle

Mit dem Pilotprojekt „Wunderland am Wegesrand“ sollen in möglichst allen Orten der Gemeinde Holle in diesem Jahr Blühstreifen auf öffentlichen Flächen entstehen.

Genutzt werden können dafür 1-3 kommunale Flächen, die in Zusammenarbeit mit den Bürgern, den Ortsräten und dem Bauamt bestimmt werden. Wünschenswert wäre mind. eine exponierte Fläche auszuwählen, z.B. an der Hauptstraße. Wenn zusätzlich auch im eigenen Garten eine Blühwiese angelegt wird, vergrößert dies nicht nur die Farbenpracht im Dorf, sondern leistet auch einen Beitrag zur Vernetzung der Blühstreifen.

Infoveranstaltung »Wildbienen und naturnaher Garten«

Im Rahmen der Blühstreifenaktion „Wunderland am Wegesrand“ findet am Sonntag den 16.6. um 15:00 Uhr in Sillium eine weitere Infoveranstaltung statt.

Blühstreifen sind eine Variante um Insekten und somit auch Vögeln Nahrungsquellen anzubieten und sind für öffentliche und auch für größere Flächen besonders geeignet. In den letzten Jahrzehnten sind private Gärten immer mehr zum Rückzugsraum für Insekten und Vögel geworden. Aber oft führen Unwissenheit und monotone Angebote aus dem Baumarkt auch im Garten zu einer Reduktion der Artenvielfalt.

In dem 3- stündigen Workshop wird es theoretisch und praktisch um das faszinierende Leben der Wildbienen gehen. Zudem wird es praktische Antworten auf verschiedene Fragen rund um das Thema Gartengestaltung geben. Wie gestalte ich einfach und pflegeleicht meinen Garten so, dass er möglichst vielen Arten Nahrung, Unterschlupf und Brutmöglichkeiten anbietet?

Anmeldung unter: simone.flohr@gmx.de oder 05062-8990602

Hier noch ein Hinweis: Wer in seinem eigenen Garten einen kleinen Blühstreifen anlegen möchte, kann sich beim Bauamt kleine kostenlose Saatguttüten abholen.

Infos zum Projektablauf

1. Die Flächen

Im Rahmen des Projektes „Wunderland am Wegesrand“ können Mitglieder der Ortsräte und alle anderen Bürger der Ortschaften der Gemeinde Holle 1-3 kommunale Grünflächen für das Projekt vorschlagen.
Gebündelt werden diese Vorschläge bei dem/r Ortsbürgermeister/in.

Folgende Punkte sollten in den Orten vorweg geklärt werden:

  • Wer ist der Besitzer der Fläche? Bei Fragen können Herr Morgener oder Herr Hoffmeister vom Bauamt behilflich sein.
  • Wachsen und blühen auf den Flächen vielleicht schon Wildkräuter oder nisten dort Sandbienen? Dann wäre das Anlegen eines Blühstreifen kontraproduktiv.
  • Flächen mit Hanglage sind problematisch, da bei Starkregen das Saatgut weggeschwemmt wird.
  • Wer kümmert sich um die Flächen? Rentnerband, Patenschaften, Anwohner?
  • Wer führt im Ort die Vorbereitung der Flächen durch? Welche Maschinen stehen zur Verfügung?

Bis zum 24.3.19 werden diese Flächen durch den/die Ortsbürgermeister/in an Simone Flohr per Mail in Form einer Karte mit entsprechenden Markierungen weitergeleitet, bitte auch mit einer ungefähren Größenangaben.
Simone.flohr@gmx.de

Simone Flohr wird mit dem Bauamt die Flächen besprechen und zeitnah den Ortschaften eine Rückmeldung geben.

Das Saatgut wird dann zentral von der Gemeinde bestellt und bezahlt.
Als Saatgut wird „Blühende Landschaft - Frühjahrsansaat, mehrj. (Wildbl. 40% / Kulturpfl. 60%)“
der Firma Rieger und Hofmann bestellt.


2. Die Vorbereitung

Die Vorbereitung der Flächen kann je nach Witterung ab Anfang April beginnen. Wichtig: die Grasnarbe muss entfernt werden!

Mögliche Varianten:

  • Unterpflügen
  • Fräsen und Gras, Wurzeln etc. später raus harken
  • Grasnarbe abziehen

Generell ist ein magerer Boden von Vorteil.
Ab Mitte April kann dann das Saatgut ausgesät werden.
Pro Quadratmeter benötigt man 2g Saatgut plus Füllstoff. Als Füllstoff stellt der Bauhof trockenen Sand zur Verfügung.
Optimal ist ein feinkrümeliger Boden ohne Beikräuter (Brennnesseln, Melde, Vogelmiere etc. )
Diese Kräuter würden in kurzer Zeit die Saat verdrängen.
Das Saatgut gleichmäßig aufbringen und nicht einarbeiten (wenn möglich vor einer Regenphase). Das Saatgut muss unbedingt angewalzt werden z.B. mit einer Rasenwalze.


3. Die Pflege

Bei der Pflege der Flächen in Form einer Mahd und der Entfernung unerwünschter Beikräuter kommt es auf die Witterung und die Bodenbeschaffenheit an.
Wichtig ist, dass das Schnittgut von der Fläche entfernt wird.
Zum Mähen eignet sich ein Balkenmäher, ein Freischneider oder eine Sense.

Die erste Mahd kann im Spätherbst oder im Frühjahr (März/Anfang April) durchgeführt werden.
Wer seinen Schwerpunkt auf die Insekten legen möchte, sollte erst im Frühjahr mähen.
Wenn genug Luft an den Boden kommt, blühen im 2. Jahr nicht nur die spät keimenden Pflanzen, sonder auch die Einjährigen aus dem Vorjahr erneut. Über die Jahre hinweg etablieren sich dann die Wildstauden.
Bei einem feuchten Frühjahr mit viel Wachstum kann auch eine erneute Mahd im Mai sinnvoll sein.
In diesem Fall kann jeder Ort auf seinen Flächen auch experimentieren und die unterschiedlichen Ergebnisse beobachten.
Je nach Pflege, Witterung etc. kann die Fläche bis zu 5 Jahre blühen!


Vorankündigung Infoveranstaltungen im Sommer 2019:

  • Wildbienen in meinem Garten – Bau von Wildbienenhotels
  • Wie sieht ein naturnaher, pflegeleichter Garten aus – ein Zuhause für Vögel, Insekten und Co.


Für Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an Simone Flohr:

05062-8990602 oder simone.flohr@gmx.de

Infoveranstaltung am 26.2. im DGH in Sottrum

Der Startschuss für die Aktion "Wunderland am Wegesrand" fand mit einer sehr gut besuchten Infoveranstaltung am 26.2. im DGH in Sottrum statt.

Als Referent konnten wir den Landschaftsarchitekten und Umweltplaner Helge Jung ( Fachreferent für das Netzwerk Blühende Landschaften) gewinnen. Das Netzwerk ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Initiativen, Vereinen, Verbänden und Betrieben aus den Bereichen Naturschutz, Imkerei, Landwirtschaft, Gartenbau, die sich für mehr Blütenreichtum in Garten, Landschaft und öffentlichem Raum einsetzen, um Lebensräume und Nahrungsangebot für blütenbesuchende Insekten zu erhalten und damit die Vielfalt der Kulturlandschaft zu fördern.

Helge Jung begann seinen Vortrag mit einer kleinen Gegenüberstellung von blühenden Heuwiesen, wie sie noch vor 50 Jahren die Regel waren, mit einheitlich grünen agrarischen Nutzflächen der Gegenwart. Während sich damals durch den zweimaligen Heuschnitt pro Jahr die Artenvielfalt von allein eingestellt und sogar allmählich vergrößert hat und somit allen Kleinstlebewesen ausreichend Nahrung zur Verfügung stand, müssen Insekten heute sehr große Strecken zurücklegen, um satt zu werden. Dass dies keine akademische Diskussion ist, sondern das Leben aller Menschen direkt betrifft, unsterstrich Herr Jung mit dem Hinweis auf die Einschätzung, dass der Menschheit nach dem Aussterben aller Bienen maximal vier Jahre bliebe, bis sie selbst auch vom Erdboden verschwunden ist. Insbesondere für die Wildbienen, die als Genpool für die Honigbienen unverzichtbar sind, können Blühstreifen, Blumenwiesen und Wildblumen-Gärten eine wichtige Überlebenshilfe darstellen, so Jung

In vielen praktischen Beispielen erläuterte Herr Jung, wie der Boden vorzubereiten ist, welche Fehler er selbst in seinen Anfängen gemacht hat, und wie solche Flächen über mehrere Jahren nutzbringend für die Artenvielfalt und nicht zuletzt auch optisch ansprechend gehalten werden können. Er äußerte sich auch sehr positiv darüber, wie das Projekt in Holle angelegt ist: Gerade das Vorgehen kleine Flächen an optisch exponierten Stellen in den Dörfern von deren Bewohnern auszuwählen und anzulegen, bedeutet, dass ein Projekt der Menschen vor Ort und keine von außen übergestülpte Maßnahme ist. Dann kann das Projekt tatsächlich zur Initialzündung werden.

In der anschließenden Diskussion wurde zusätzlich noch unterstrichen, wie wichtig die Wahl des regional passenden Saatgutes ist: Gerade in Baumärkten und bei Discountern werden sehr häufig günstige Saatgutmischungen für Blumenwiesen angeboten, die zwar einen hübschen, bunten Anblick verschaffen, aber wegen eines hohen Anteils an ortsfremden Pflanzen nicht unbedingt Nahrung für einheimische Insekten bieten. Dies Arten können sich im schlimmsten Fall sogar so vermehren, dass sie wertvolle einheimische Pflanzen verdrängen.