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(Holle) Es ist Montag, 8.30 Uhr, der 1. November 2010. Ort: Das Einwohnermeldeamt der Gemeinde Holle. Die Mitarbeiterinnen des Bürgerbüros sind voller Spannung und Erwartung. Der erste Antrag für den neuen Personalausweis wird gestellt. Trotz zahlreicher Schulungen konnte der Ernstfall noch nicht geprobt werden. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Den alten Ausweis gibt es nicht mehr, der neue Ausweis kann nur mit einem neuen Verfahren bestellt und ausgehändigt werden.

In der Woche vor der Umstellung kamen fast 100 Anträge für den alten Personalausweis. Das war die letzte Gelegenheit, die alten Papiere noch für 10 Jahre zu bekommen. Auf diesen Ansturm hatte sich das Bürgerbüro der Gemeinde Holle ebenso vorbereitet wie auf die Woche danach. Jetzt werden alle die kommen, die die Vorzüge des neuen Ausweises sofort nutzen wollen.

Die erste Bürgerin kam aus der Verwaltung selbst. Martina Schäfer, Amtsleiterin im Rathaus, wollte den neuen Personalausweis im Scheckkartenformat. „Der alte passt nicht in meine Geldbörse“, so ihr Argument für den neuen Ausweis. Als Mitarbeiterin der Verwaltung hatte sie sich bereits vorher über die Vor- und Nachteile des neuen Ausweises informiert und wusste genau, welche Funktionen des Ausweises sie in Zukunft nutzen will.

Der elektronische Chip im neuen Personalausweis ermöglicht das „Sich-online-Ausweisen“, mit dem man sich im Internet oder an Automaten sicher und eindeutig anmelden und seine Identität belegen kann. Im Chip sind auch die biometrischen Daten, das Foto und wenn der Bürger will, auch sein Fingerabdruck gespeichert. Diese Kombination macht es sehr viel schwerer, den Personalausweis zu missbrauchen. Mit der digitalen Unterschrift ist es möglich, online Verträge, Anträge und Urkunden zu unterzeichnen, die sonst nur per Schriftform rechtsverbindlich wären.

Die Mitarbeiter des Bürgerbüros klären jeden Antragsteller über die Möglichkeiten des neuen Personalausweises auf. Sie verteilen Informationsbroschüren an jeden Antragsteller, der erst bei der Abholung des Ausweises entscheiden muss, welche Funktionen er nutzen möchte. Die Gemeinde Holle speichert die Daten und schickt sie an die Bundesdruckerei. Nach der Ausstellung des Ausweises wird der Scan des Fingerabdrucks gelöscht, so dass diese Daten nur noch auf der Chipkarte vorhanden sind. Ein spezielles Lesegerät kann die Daten auslesen und verändern.

Die Vorbereitungen im Einwohnermeldeamt für das neue Personalausweisverfahren laufen seit Mitte des Jahres. Die gesetzlichen Bestimmungen verlangen neue Soft- und Hardware, die eingerichtet werden und mit den laufenden Verfahren kommunizieren muss. Die Mitarbeiter wurden geschult und müssen alle Fragen rund um den Ausweis beantworten können.

Zwei bis drei Wochen nach der Beantragung erhält der Bürger eine Mitteilung der Bundesdruckerei. Wie bei einer Kontokarte bekommt er seine Pin, seinen Puk und sein Sperrkennwort persönlich mitgeteilt. Mit diesen Informationen kann er seinen neuen Ausweis im Bürgerbüro der Gemeinde Holle abholen und die Funktionen des neuen Ausweises freischalten oder sperren lassen.

Bei der ersten Beantragung hat alles bestens funktioniert. Nun sind die Mitarbeiterinnen des Bürgerbüros für den großen Ansturm gerüstet. Schon in kurzer Zeit wird die Beantragung des Personalausweises reine Routine sein.