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Börderegion lockt mit acht Aktivitäten / Von Braufest bis Chorkonzert

Holle, Schellerten, Söhlde (uli). Rauf aufs Fahrrad, rein ins Auto und los. Das Ziel: Die Börderegion. Zum siebten Mal wollten gestern die Gemeinden Holle, Schellerten und Söhlde entdeckt werden. Wochenlang hatten Ruth-Evelyne Drews, Martin Ganzkow, Heinrich Kleuker, Rolf Lüer, Reinhard Ratay, Boto Stahlecker und Horst Winzer hinter den Kulissen geplant und vorbereitet. Herausgekommen ist ein abwechslungsreiches Programm, das zeigte, was die Region so alles zu bieten hat.

„Da ist für alle etwas dabei“, zeigte sich Söhldes Bürgermeister Reiner Bender überzeugt. An der Jugendscheune eröffnete er den Börde-Entdeckertag offiziell. Dass die Eröffnungsveranstaltung im „Bettrumer Dreieck“ stattfand, gefiel dem Bürgermeister gut. Das Areal Jugendscheune, Kirche und Dorfgemeinschaftshaus sei schließlich auch der Investitionsschwerpunkt der Gemeinde. Seit 2005 ist dort viel passiert. Die alte Schule hat sich zum modernen Dorfgemeinschaftshaus gemausert, die unter Denkmalschutz stehende Pfarrscheune zu einem beliebten Treff der Jugend der Kirchengemeinde. „Hier passiert ganz viel“, lobte Bender. Und er sei sicher, das Bettrumer Dreieck werde zum Highlight für die gesamte Region. Eine Wohltat für die Ohren des Ortsbürgermeisters Volker Burg. Stolz führte er über das Gelände, erläuterte die Arbeiten, an denen sich viele Bettrumer beteiligt hatten und kündigte weitere Projekte für die Zukunft an. Eins steht kurz vor der Vollendung: der Steinbackofen hinter dem Dorfgemeinschaftshaus. In dem sollte gestern eigentlich Brot und Zuckerkuchen gebacken werden. Doch wegen des unbeständigen Wetters konnten die Arbeiten noch nicht abgeschlossen werden. Jetzt soll der Ofen beim Fest des Männergesangvereins am 10. Oktober eingeweiht werden.
Doch nicht nur in Bettrum war am gestrigen Sonntag so einiges los. Seit dem frühen Morgen schon liefen die ersten Aktionen. Zum Beispiel in Sachen Natur. Am frühen Morgen zog Forstoberrat Reinhard Ferchland von Wöhle aus mit einigen Interessierten durch die schon fast herbstlichen Nebelbänke in den Wald. Drei Stunden lang erläuterte der Experte Entwicklung und Bedeutung des Waldes und zeigte zwei Gedenksteine, die mitten im Wald an ein Wildschwein und zwei verunglückte Soldaten erinnern sollen.

Damals und heute lautete das Motto in Mölme. Der Heimatbund führte durch den Ort und zeigte dabei die Dorfansichten, die die Maler Schmidt und Tannheiser in den 90er Jahren auf Leinwand festgehalten hatten.

In Heersum war der Steinbruch das Ziel. Dr. Hennning Zellmer, Geschäftsführer des Geopark-Informationszentrums Königslutter, führte 70 Erwachsene und 20 Kinder zum Steinbruch. Unter seiner Anleitung suchten und fanden die großen und kleinen Entdecker mit Hammer und Eimer bewaffnet kleine geologische Versteinerungen.

In Grasdorf drehte sich alles um das „Schwarze Huhn“. Das ist keine besondere Geflügelgattung, sondern ein Bier. Und das von „hervorragender Qualität“. Das befand jedenfalls der Hildesheimer Diplom-Braumeister Harro Hamm, der 33 Jahre beruflich Brauereien betreut hat, und jetzt „das schwarze Huhn von der Innerste“, so der offizielle Name des Schwarzbieres, probierte. Auch den Produktionsablauf nannte er „tadellos“. Das hörten die Mitglieder der Braugruppe Horst-Günther Bode, Dietrich Hoffmeier, Heinz Husemann, Dietmar Kelle, Hans-Adolf Knopp, Stefan Könneke und Götz Vahl gern. Sie waren kräftig eingespannt, die Besucher beim Braufest auf dem Hof der Familie Richers mit dem frisch gezapften obergärigen Gerstensaft zu versorgen. Ausgeschänkt wurde eine 300-Liter-Produktion, die im Juni aus Braugerste (Malz), Wasser, Hopfen und Hefe angesetzt wurde. Und weil mit dem Bier auch eine Legende von der Innerste verbunden ist, war auch Bänkelsänger Hans-Fabian Schimmelpfennig (ebenfalls diplomierter Braumeister) eingeladen, mit seinem Gesang an die Zeit des Bauernaufstands erinnerte.p>

Auf dem Wohldenberg freute sich Pfarrer Stefan Lampe über so viele Gäste, wie sie sonst nur zu Weihnachten in seiner Kirche zu finden sind. Mehr als 100 Besucher lauschten seinen Ausführungen zur Geschichte der Burg. Anschließend ging es ins Freie, wo er die ehemaligen Ausmaße der Burg anhand der Spuren am großen Burgturm erklärte.

In Hoheneggelsen gaben der „Gemischte Kehrwiederchor“ und der „Kehrwieder-Kinderchor“ in der Wehrkirche St. Martin vor 100 Besuchern ein Konzert. Und die Besucher hörten nicht nur zu, sondern sangen unter der Anleitung von Hans-Dieter Lubrich fleißig mit.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 06.09.2010

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