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Mehr als 1000 Einsatzkräfte haben in Holle gegen das Hochwasser gekämpft

Die Flusstäler der Nette und Innerste prägen die Gemeinde Holle. Was in normalen Zeiten die Idylle und Schönheit unserer Landschaft ausmacht, wird in Krisenzeiten zur mächtigen Bedrohung. Kurz nach der Überflutung von Hackenstedt und Sottrum im Juni dieses Jahres, den Hochwassern von 2007 und 2013 gab es wieder eine Überschwemmung unseres Gemeindegebietes, die alle bis dahin bekannten Dimensionen gesprengt hat.

Ein nicht endend wollender Starkregen, der sich über weite Teile von Niedersachsen fast 3 Tage und 3 Nächte ergoss, führte zu einem extremen Anstieg der Nette, der Innerste, dem Sennebach und dem Borbach/Thiebach. An der Messteile Heinde erreichte der Pegelstand der Innerste am 26.7. gegen 8.00 Uhr den historischen Höchststand von 7,16 Metern, der sich über 24 Stunden auf diesem Niveau hielt. In Rhüden stieg die Nette am gleichen Tag bis auf 3,91 Meter, 25 cm über dem bislang höchsten Wasserstand.

Die Folgen: Weite Teile des Gemeindegebietes wurden überschwemmt, insbesondere die Zollstraße, die Michelswiese, die Dresdener Straße und Am Rolande in Holle sowie Heersum. Aber auch alle anderen Ortschaften waren betroffen, Keller liefen voll, Häuser wurden mit Sandsäcken geschützt, Wege und Straßen waren überflutet und die Pumpen liefen auf Hochtouren.

Seit den ersten Überschwemmungen waren alle Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Holle im pausenlosen Einsatz, um gegen die Fluten anzukämpfen. Dazu kamen noch die Unterstützungen der Feuerwehren aus Hannover, Nienburg, Diepholz, Heidekreis, Verden, Hildesheim, Elze, Harsum, Sibbesse, Sarstedt, Bockenem, Leinebergland, Lamspringe, Schellerten und Söhlde sowie zahlreiche freiwillige Helfer aus den Ortschaften. Insgesamt waren im Gemeindegebiet mehr als 1000 Kräfte tagelang im Einsatz.

Im Holler Rathaus tagte pausenlos der Krisenstab, um die Einsätze der vielen Helfer zu planen und zu koordinieren. Alle Einsatzkräfte sind in diesen Tagen bis an den Rand ihrer Belastung und auch weit darüber hinaus gegangen. Die professionellen Kräfte erfuhren Unterstützung durch viele freiwilligen Helfer, die Sandsäcke füllten und stapelten, Keller leer räumten, Verpflegung und Unterkünfte bereitstellten und an allen Stellen ihre Hilfe anboten. Die Landwirte unterstützen mit ihren schweren Fahrzeugen die Arbeit der Feuerwehren und transportierten sogar die Bewohner durch die Fluten, die von ihrem Zuhause oder ihrem Arbeitsplatz abgeschnitten waren.

Es ist aber auch verständlich, dass in einer Katastrophensituation nicht immer alles nach Plan laufen kann. Die Fülle der Aufgaben ist fast unübersehbar und es müssen Prioritäten gesetzt werden, um die Anfragen nach und nach abzuarbeiten. Deshalb bitte ich hier um Verständnis, wenn nicht immer jeder mit seinem Anliegen sofort versorgt werden konnte und in dem einen oder anderen Fall länger auf die Hilfe warten musste.

Alle Einsatzkräfte und die vielen privaten Helfer haben sich mit ihrer ganzen Kraft dafür eingesetzt, den betroffenen Bürgern zu helfen und noch schlimmere Folgen abzuwenden. Krisen, so weiß man, schweißen eine Gemeinschaft zusammen und das ist das einzig Positive, das man den Unwettern mit ihren Folgen abgewinnen kann. Gemeinsam sind wir Holler stark und können uns gegenseitig unterstützen und helfen. Daraus entsteht ein Zusammenhalt, der dazu beiträgt, die zukünftigen Aufgaben in unseren Ortschaften anzupacken und zu bewältigen.

Ich bedanke mich auch im Namen des Gemeindebrandmeisters Bernd Scharlemann sowie unseres Landrates Olaf Levonen und des zuständigen Dezernenten des Landkreises Helfried Basse mit aller Hochachtung bei unseren Freiwilligen Feuerwehren, deren unbedingte Notwendigkeit sich wieder einmal bewiesen hat. Wir bedanken uns bei allen Wehren aus den anderen Gemeinden, die uns selbstlos und mit allen Kräften unterstützt haben. Wir bedanken uns bei den Mitarbeitern der Verwaltung, die im Dauereinsatz ihr Büro nicht verlassen haben und den Mitarbeitern des Bauhofs, die überall mit angepackt haben. Wir bedanken uns bei allen Holler Bürgerinnen und Bürgern, die sich ohne Zögern da verpflichtet haben, wo Hilfe benötigt wurde.

Klaus Huchthausen
(Bürgermeister der Gemeinde Holle)