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Pädagogische Konzeption

Stand: September 2020

Vorwort

Mit dieser Konzeption möchten wir einen Einblick in unsere Krippenarbeit geben. Sie richtet sich an alle interessierten Eltern, Mitarbeiter/innen, Auszubildende, Praktikanten/innen, sowie außenstehenden Personen, die einen Eindruck in unsere Arbeit bekommen möchten. Die Konzeption dient als Orientierungshilfe für unsere tägliche Arbeit und entwickelt sich auf Grund von internen und externen Erkenntnissen und Gegebenheiten immer weiter.

Die Überprüfung unserer täglichen Arbeit trägt zur ständigen Aktualisierung und Entwicklung unserer Krippe bei. Dabei steht die individuelle Beziehungsarbeit zum Kind und dessen Entwicklung für uns im Vordergrund. Da der Kindergarten seit 2010 ein zertifizierter BEWEGUNGSKINDERGARTEN ist, haben wir uns zum Ziel gesetzt, eine zertifizierte BEWEGUNGSKRIPPE zu werden.

 

Historie der Krippe

Die Gemeinde Holle begann 2007 mit dem Aufbau einer Krippe mit 15 Plätzen in der Ortschaft Grasdorf. Aufgrund der steigenden Nachfrage folgte schon 2009 die zweite Krippe im Kindergartengebäude in der Ortschaft Hackenstedt. Dies war jedoch nicht ausreichend, um dem Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder ab einem Jahr gerecht zu werden. Es wurde dann 2013 und 2017 die St. Martins Kita in Holle entsprechend umgebaut, sodass zwei weitere Krippengruppen geschaffen werden konnten.

Im Jahr 2019 eröffnete die Gemeinde Holle in einem Neubau unmittelbar neben dem Kindergarten Wirbelwind in der Ortschaft Sillium und mit einem Gang miteinander verbunden, zwei weitere Krippengruppen.

Damit wurde bedarfsgerecht stetig in den Ausbau der Krippen der Gemeinde Holle investiert. Insgesamt stehen nun 90 Krippenplätze für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren zur Verfügung.

 

Rahmenbedingungen

Trägerschaft

In sechs von zehn Ortschaften befinden sich Kindertagesstätten und Kindergärten mit den unterschiedlichsten Öffnungszeiten. Der Träger der Kindertagesstätte Wirbelwind, zu der die Krippe gehört, ist die Gemeinde Holle, Am Thie 1 in 31188 Holle.

Aufnahmekriterien, Gruppenkapazität

Die Krippe der Kita Wirbelwind besteht aus zwei Gruppen (Streifenhörnchen und Erdmännchen) mit je 15 Plätzen für Kinder im Alter von 1 – 3 Jahren. Die Gruppenstärke verändert sich auf maximal 12 Kinder, wenn mehr als sieben Kinder unter zwei Jahren in der jeweiligen Gruppe betreut werden

Richtlinien des Trägers zur Platzvergabe

Anmeldungen für einen Krippenplatz können jederzeit im Familien- und Kinderservicebüro der Gemeinde Holle, sowie direkt in der Krippe abgegeben werden.

Öffnungs- und Schließzeiten

Die Regelöffnungszeiten in den Gruppen sind:

  • Streifenhörnchen: 8.00 bis 14.00 Uhr
  • Erdmännchen: 8.00 bis 16.00 Uhr.
  • Sonderöffnungszeit: von 7.30 bis 8.00 Uhr

Zwischen Weihnachten und Neujahr und drei Wochen während der Sommerschulferien ist die Einrichtung geschlossen. Weitere Schließungstage sind zwei Studientage pro Jahr und Brückentage.

Das Personal der Krippe

In der Krippe arbeiten acht Fachkräfte, die auf die jeweiligen Gruppen aufgeteilt sind.

Die Krippe wird unterstützt durch eine hauswirtschaftliche Kraft und zwei Reinigungskräfte.

  

Unser Bild vom Kind

"Ohne eine heitere, vollwertige Kindheit
verkümmert das ganze Leben.
Das Kind wird nicht erst Mensch,
es ist schon einer."
(J.Kozak)

Mit Neugier, Sensibilität und Intuition treten Kinder in Kontakt zu anderen Menschen und zu ihrer dinglichen Umwelt.

Sie eignen sich ihr Wissen durch Forschen, Begreifen und Vergleichen an. Dafür brauchen sie vielfältige Herausforderungen.

Sie leisten ihre gewaltige Entwicklungsarbeit selbst. Allerdings geschieht diese Entwicklung nicht losgelöst von den Erwachsenen und den anderen Kindern.

Ohne Sicherheit in Beziehungen, ohne haltgebende und bindungsbereite Personen, ohne Einbindung in ein soziales Umfeld, ohne Wertschätzung seiner Bemühungen und ohne Ermunterung wird das Kind den Drang nach Selbsteroberung einschränken oder sogar aufgeben.

Bereits die Kleinsten gestalten ihren Weg selbst und bekommen hierfür ausreichend Raum.

Wir schaffen die Grundlagen, damit die Kinder ihren eigenen Impulsen folgen und eigenständig Antworten auf ihre Fragen finden können.

An oberster Stelle und als Basis jeder Entwicklung und jedes Lernens stehen bei uns Freude, ein wohliges Gefühl und eine empathische Bindungsarbeit.

  

Die frühkindlichen Bildungsprozesse

Zu den frühkindlichen Bildungsprozessen gehören verschiedene Bereiche. Diese finden Sie im Niedersächsischen Bildungs- und Orientierungsplan für Kinder unter drei Jahren.

Wahrnehmung

Krippenkinder erkunden sich ihre Welt durch alle Sinne, dies ist das Eingangstor für Welterfahrung. Sie ertasten zunächst alles mit dem Mund und erfahren so alles über die Beschaffenheit von der Oberfläche und dem Material, dem Geschmack, der Form oder dem Geruch. Diese „Mundwissenschaft“ lässt im Laufe der Zeit nach und das Kind geht über in eine Berührung oder es reicht schon ein Blick, um zu entscheiden, ob etwas interessant ist. Darüber hinaus erhält das Kind mit der Entwicklung seiner Sinnesorgane, neue Zugänge zu seinem räumlichen und sozialen Umfeld, ebenso entwickelt sich sein Körperbewusstsein und sein Selbstbild.

Emotionale Entwicklung

Im engen intensiven Kontakt mit den Bezugspersonen entwickelt das Kind ein Emotionsverständnis und Emotionswissen. Das Kind lernt Schritt für Schritt zwischen den unterschiedlichen Gefühlen wie Freude, Glück, Überraschung, Ärger, Angst und Wut zu unterscheiden. Kleinkinder können ihre Gefühle noch nicht regulieren. Das Kind lernt, durch die einfühlsame und respektvolle Resonanz von den Bezugspersonen, seine Gefühle zu verstehen. Dadurch entwickelt sich eine wichtige Grundlage für Empathie und angemessenes soziales Verhalten.

Ich-Entwicklung und Soziales Lernen

Durch die Erfahrungen, die das Kind gemeinsam mit seinen Bezugspersonen macht, wird es am „DU“ zum „ICH“. Für eine positive Ich Entwicklung tragen wir alle eine hohe Verantwortung, damit sich jedes Kind als kompetent, wichtig und einflussnehmend erleben kann und so ein positives Selbstbild entwickelt. Das führt dahin, dass es sein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl entwickelt. Das Verhalten der Bezugspersonen hat Einfluss auf die Fähigkeit jedes Kindes, sich in schwierigen Lebenssituationen zu behaupten (RESILIENZ). Diese Schlüsselkompetenzen entfalten sich im kindlichen Spiel. Das Kind lernt zum Beispiel, ein Spielzeug von einem anderen Kind zu bekommen ohne es ihm „gewaltsam“ wegzunehmen. Im sozialen Kontakt mit anderen Krippenkindern finden noch überwiegend Allein- oder Parallelspiele statt, sowie gegenseitige Blickkontakte. Wenn die Kinder älter werden entwickeln sich erste Kooperationsspiele.

Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen

Voraussetzung für die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten ist mit viel Freude am Lernen verbunden. Spielerische Erfahrungen wie z.B. „Wann kippt der Turm um?“ oder „Wie kommt die Milch in meinen Becher?“. Verbunden mit Sprache und Nachahmung wird zur Begriffsbildung und differenzierten Vorstellungen von Dingen und Vorgängen beigetragen. Durch wiederholende Handlungsabläufe und kleine Experimente erkennen die Kleinsten bereits Zusammenhänge und Vorstellungen im Krippenalltag.

Körper, Bewegung und Gesundheit

Wie Essen, Trinken und Schlafen ist Bewegung ein menschliches Grundbedürfnis für eine optimale Entwicklung körperlicher, geistiger und seelischer Fähigkeiten. (Siehe Punkt 7.2 Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit)

Kommunikation, Sprache und Sprechen

Sprache und sprechen kann nur in der direkten Interaktion mit anderen Menschen erlernt werden. (Siehe Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit)

Lebenspraktische Kompetenzen

Selbstständig Entscheiden und Handeln ist eine zentrale Bildungsaufgabe, die bereits im Autonomiebestreben des Kindes verankert ist. Beim Gang nach draußen werden die Kinder beim an- und ausziehen beteiligt, oder den Tisch nach dem Frühstück abzudecken u.v.m. Durch immer wieder kehrende Rituale im Tagesverlauf erweitern sie durch Nachahmung ihre lebenspraktischen Kompetenzen in den Bereichen Essen, Körperpflege, an - und ausziehen.

Im achtsamen Umgang mit den Kindern passen sich die Bezugspersonen ihren zunehmenden Fähigkeiten an. Die Bezugspersonen fördern die Ich–Kompetenz der Kinder täglich und regelmäßig, indem sie sie fordern und anregen, aber nicht überfordern.

Mathematisches Grundverständnis

Mathematisches Denken bedeutet, Strukturen und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und Dinge miteinander in Beziehung zu setzen. Schon Säuglinge bilden Kategorien, erkennen die Gesamtausdehnung von Gegenständen und können Mengenunterschiede grob abschätzen, wenn sie groß genug sind. Das abstrahierende und folgende Denken entwickelt sich auf der Grundlage kognitiver Fähigkeiten, Eigenschaften von Objekten zu unterscheiden. In der Krippe entwickeln die Kinder ein Verständnis von „mehr“, „weniger“ und „anders“ durch experimentieren mit Mustern, Formen und Mengen. Ebenso durch Befüllen, Umschütten, Bausteine stapeln usw. mit viel Spaß, Begeisterung und Ausdauer. Durch Aussagen wie „jetzt“ oder „nach dem Essen“, entwickeln Kinder im Alltag ein erstes Verständnis von Zeit.

Ästhetische Bildung

Der Begriff „Ästhetik“ beinhaltet die Bedeutung der Wahrnehmung als Grundlage für Lern- und Entwicklungsprozesse. Gleichzeitig wird Ästhetik auch als die Lehre von Schönheit und Harmonie in Natur und Kunst beschrieben. Ästhetische Bildung bietet Kindern Chancen, sich in einer kreativen Auseinandersetzung mit ihrem Lebensumfeld zu entwickeln. Sie fördert die Wahrnehmung und Interpretation von Sinneseindrücken. Der erste Umgang mit Farbe, Händen, Matsch, Knete und Kleister fasziniert Krippenkinder und motiviert zu immer vielfältigeren Erfahrungen.

Bei der Begleitung und Unterstützung des künstlerischen und kreativen Schaffens Kleinstkinder gilt in besonderer Weise die Devise: „Der Weg ist das Ziel!“

  

 

Pädagogische Arbeit - Bindungsarbeit

Bindungsarbeit macht unsere Arbeit in der Krippe sehr anspruchsvoll und erfordert eine große Sensibilität. Zu unseren Aufgaben gehört es jedem Kind neue Bindungen im Krippenumfeld anzubieten.

Dabei legen wir viel Wert auf gegenseitige Akzeptanz und Toleranz mit dem Kind, seinen Eltern und unserem jeweiligen Team. Hier tragen wir eine gemeinsame Verantwortung. Optimal ist ein Netz sicherer Bindungen unter dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“.
Die Mitarbeiterinnen unseres Hauses geben den Kindern die Sicherheit, dass sie für sie da sind. Distanz und Nähe der Beziehung bestimmen die Kinder und dieses wird akzeptiert.

Die Mitarbeiterinnen begegnen dem Kind wertschätzend, liebevoll und einfühlend. So erfahren die Kinder Halt, Zuverlässigkeit, Wärme und Geborgenheit, um sich in ihre Umwelt hinaus zu wagen.

Pädagogische Arbeit - Eingewöhnung

Der Wechsel aus dem vertrauten Umfeld der Familie in die unbekannte Krippe stellt für jedes Kind eine große Herausforderung dar, z.B.

  • neue Räume kennenlernen
  • sich mit dem Tagesablauf vertraut zu machen
  • andere Kinder und Erwachsene kennenlernen

Wichtig für die Eingewöhnung ist es, einen Zeitraum von ca. 4-6 Wochen einzuplanen, in der das Kind in Begleitung einer Bezugsperson die Gruppe und den Krippenalltag kennen lernt. In unserer Einrichtung folgen wir dem "Berliner Modell“.
Zu Beginn ist es für die Krippenkinder ganz schön anstrengend, so viele neue Gesichter, um sich zu haben, Abläufe kennen zu lernen und sich auf die Mitarbeiter einzulassen. Daher beginnen wir anfangs mit einem stundenweisen Aufenthalt in der Krippe, der nach und nach erhöht wird.

Eine gut gestaltete Eingewöhnungsphase bildet die Basis dafür, dass das Kind eine gute Bindung zur Mitarbeiterin aufbauen kann und sich in der Krippe wohl fühlt.

Jedes Kind reagiert dabei individuell auf Neues und Ungewohntes. Daher hat jedes Kind seine individuelle Eingewöhnungszeit.

Um bestmöglich mit dem Kind zu arbeiten, ist eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern notwendig. Nur so ist es den Mitarbeiterinnen möglich auf das Kind einzugehen; denn Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Besonderheiten aus dem Leben des Kindes, spielen immer eine Rolle im Krippenalltag.

Pädagogische Arbeit - Ruhe- und Schlafbedürfnis

Jedes Kind benötigt einen sanften Übergang in die Mittagsruhe, eine ruhige und entspannte Atmosphäre, sowie eine einfühlsame Begleitung. Eine Umgebung, in der sich Kinder sicher fühlen, ermöglicht es jedem Kind, seinem Bedürfnis nach Ruhe nachzukommen.

Kinder, die mittags schlafen sind emotional ausgeglichener und fröhlicher, zeigen eine höhere Lernbereitschaft und Konzentrationsfähigkeit.

Grund hierfür sind folgende wissenschaftlich belegte Fakten: Wenn Kinder zu früh aus dem Mittagschlaf geweckt werden, sind sie noch gefüllt mit dem Schlafhormon Melatonin, dies bedeutet das sie sehr belastet in den Nachmittag gehen und schwerlich Spielideen entwickeln, aus denen wichtige Bildungs- und Entwicklungsanregungen hervorgehen.

In Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner NIFBE haben wir gemeinsam den Umgang mit der Frage nach dem Wecken in der Krippe erarbeitet.

Die Mitarbeiterinnen in der Krippe stehen in der Verantwortung, den Schutz des Kindes zu gewährleisten, einen gesundheitsorientierten Tagesablauf zu gestalten und neben einer guten Betreuung der Kinder, die besten Bildungs- und Entwicklungschancen herzustellen.

Das Schlafen und Ruhen ist ein Schüsselkriterium für gute Qualität in den Einrichtungen. (Tietze & Viernickel 2016).

Generell wird kein Kind aus dem Mittagschlaf geweckt.  Ausnahmen sind

  • wichtige Termine, wie z.B. Arztbesuche
  • das Ende der Betreuungszeit der Halbtagsgruppe (Öffnungszeit von 8.00 bis 14.00 Uhr)

    

Pädagogische Arbeit - Partizipation

Die rechtliche Grundlage gibt vor, dass die Meinung des Kindes in allen betreffenden Entscheidungen "angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife" berücksichtigt werden soll.

Wir sehen unsere Krippenkinder als eigenständige Individuen und geben ihnen Raum und Zeit, um alltägliche Entscheidungen im  Krippenalltag mit zu gestalten und sich so zu "eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten" entfalten zu können.

Unsere Partizipation bestimmt sich daher nach den individuellen Kompetenzen und dem jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder dar. Es ist uns wichtig die Kinder und ihre Bedürfnisse wahr zu nehmen, sie in ihren Entscheidungen zu bestärken und sie in ihrem Tun zu begleiten.

Kinder, die nicht von Anfang an entscheidungsfähig sind, lernen eigene Meinungen zu bilden. Wir Mitarbeiter gestehen den Kindern eigene Entscheidungen zu, ohne dass wir sie dabei alleine lassen.

Diese sehen in unserem gesamten Krippen – Alltag folgendermaßen aus:

  • Im Freispiel dürfen die Kinder entscheiden mit wem, was, wo und wie lange sie spielen möchten.
  • Beim Frühstück entscheiden die Kinder was sie (aus ihrer Brotdose) essen möchten und wieviel.
  • Das Trinken ist für die Kinder jederzeit zugänglich, so dass sich den Kindern die Möglichkeit bietet sich selbst ein Getränk zu nehmen.
  • Wenn die Wickelzeit ansteht entscheidet das Kind selbstständig von wem es gewickelt werden möchte.
  • Der Morgenkreis bietet einige Möglichkeiten der Mitbestimmung z.B. was wird gespielt, gesungen oder getanzt, möchte das Kind mitspielen oder nicht.
  • Auf dem Außengelände haben die Kinder die freie Wahl mit was, wem und wo sie spielen wollen.
  • Ihre Schlafbegleiter bestimmen sie selbst (Kuscheltier, Schnuller etc.).
  • Während der Eingewöhnung haben die Kinder die Möglichkeit der Mitbestimmung. Sie dürfen sich ihre Bezugsperson selber aussuchen.

Bei unseren Beobachtungen erfahren wir zusätzlich, mit was sich die Kinder momentan beschäftigen und was sie interessiert. Dadurch können wir in der Gruppe den Kindern Möglichkeiten geben, sich mit ihren Themen zu beschäftigen.

Einem Krippenkind ist stets mit Respekt zu begegnen, um ihm einen Zugang zu demokratischen Prozessen und der Teilhabe am Alltag zu gewähren. Mit einer wertschätzenden Grundhaltung begegnen wir somit jedem Kind mit all seinen Rechten!

Durch die Mitbestimmung im Krippenalltag lernen die Kinder die Fähigkeit Absprachen zu treffen und einzuhalten. Die Unterstützung und Begleitung von unserer Seite stehen dabei jedem Kind zu.

Natürlich endet das Mitspracherecht der Kinder da, wo wir eine Gefährdung oder eine Überforderung beobachten.

An erster Stelle steht für uns stets das Kindeswohl.

  

Pädagogische Arbeit - Rituale und Tagesablauf

Ein wiederkehrender ritualisierter Tagesablauf/Wochenablauf ist für das Wohlfühlen der Kinder von großer Bedeutung. Ein Ziel ist es, den Kindern ein Umfeld und eine Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich wohlfühlen und in ihrem eigenen Tempo entwickeln können. Dazu gehören Freiräume aber auch Regeln und Grenzen  zur Orientierung und Sicherheit.

Tagesablauf der Streifenhörnchen

07:30 - 08:00 Uhr Frühdienst (Sonderöffnung)
08:00 - 08:30 Uhr Ankommen und freies Spiel
08.30 - 09:00 Uhr gemeinsames Frühstück
09:15 - 09:30 Uhr Morgenkreis
09:30 - 10:45 Uhr Freispiel, Angebote, spielen Draußen
10:45 - 11:00 Uhr Waschen, Toilettengang, Wickeln nach Bedarf
11:00 – 11:30 Uhr Mittagessen
11:40 - 13:30 Uhr Schlafenszeit
13:30 – 14:00 Uhr Spiel und Abholzeit

Tagesablauf der Erdmännchen

07:30 - 08:00 Uhr Frühdienst (Sonderöffnung)
08:00 - 08:30 Uhr Ankommen und freies Spiel
08.30 - 09:00 Uhr gemeinsames Frühstück
09:15 - 09:30 Uhr Morgenkreis
09:30 - 11:15 Uhr Freispiel, Angebote, draußen Spielzeit, Wickeln nach Bedarf
11:15 – 12:00 Uhr Mittagessen
12:00 - 14:30 Uhr Schlafenszeit
14:30 – 15:00 Uhr Gemeinsame Knusperrunde
15:00 – 16:00 Uhr Spiel- und Abholzeit

  

Pädagogische Arbeit - Wickeln und Sauberkeitserziehung

Der pflegerische Bereich ist besonders wichtig für das körperliche und seelische Wohlbefinden des Kindes. Der Körperpflege wird jeden Tag genügend Zeit eingeräumt.

Zum pflegerischen Bereich gehört das Trocken werden des Kindes. Sauberkeitserziehung ist ein Prozess, der vom Kind ausgeht und sehr individuell verläuft. Dabei achten wir auf Signale der Kinder und führen sie langsam und in kleinen Schritten heran.

Zum „Trocken werden“ ist es wichtig, dass folgende Faktoren vorhanden sind:

  • Bevor ein Kind trocken werden kann ist es wichtig, dass es von sich aus anfängt sich aus- bzw. anzuziehen.
  • Es ist erforderlich, aus der Fülle der Körpersignale eines Kindes zu erkennen, dass es losgehen soll.
  • Es ist notwendig, dass das Kind lernt aus diesem Impuls ein Signal nach außen zu geben: “Ich muss mal“.
  • Der äußere Blasenschließmuskel muss kurzzeitig kontrolliert werden können.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist in diesem Entwicklungsprozess sehr wichtig.

Im Tagesablauf haben wir eine feste Zeit zum Wickeln eingeplant. In dieser Zeit wird jedes Kind gewickelt und/oder auf die Toilette begleitet. Selbstverständlich wird nach Bedarf gewickelt.

   

Pädagogische Arbeit - Das Spiel

In der Krippenpädagogik gehört das Spiel zu den wichtigsten Bausteinen des kindlichen Lernens. Im Spiel setzen sich Kinder mit der Welt, die sie umgibt, auseinander:

  • Sie verarbeiten Ereignisse und Eindrücke
  • kommunizieren und kooperieren miteinander
  • entwickeln Fähigkeiten und gewinnen Eindrücke
  • lernen Regeln kennen und sie einzuhalten
  • stärken ihr Selbstwertgefühl
  • lernen zu gewinnen und zu verlieren.

Im „freien Spiel“ suchen sich die Kinder aus was, wo, mit wem und wie lange sie spielen möchten. Die Freispielphase bietet die Möglichkeit, Kinder und ihr Verhalten zu beobachten, um daraus Schlüsse für weiteres pädagogisches Handeln zu ziehen.

Im Spiel mit dem Kind erfährt der Erwachsene viel darüber, was das Kind gerade beschäftigt.

Wir schaffen für die Kinder einen sicheren, geschützten und angstfreien Raum und sorgen dafür, dass ihren Bedürfnissen und Neigungen entsprechendes Material zur Verfügung stehen.

   

Pädagogische Arbeit - Übergang in den Kindergarten

Ab dem dritten Lebensjahr hat ihr Kind einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz in der Gemeinde Holle.

Im Normalfall wechselt ihr Kind in seinem Geburtsmonat in den Kindergarten.

Eltern, die einen Platz in einem Kindergarten der Gemeinde Holle wünschen, müssen einen neuen Aufnahmeantrag stellen.

Vor dem Start in den Kindergarten werden wir uns mit der Einwilligung der Eltern mit der jeweiligen Einrichtung in Verbindung setzen und den weiteren Ablauf besprechen.

  

Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit - Sprache/KITaG § 18

Sprache ist der Schlüssel für viele soziale und emotionale Kompetenzen.

Die Mitarbeiter der Krippe sind auf dem Weg zur alltagsintegrierten Sprachförderkraft nach HIT (1) und besuchen entsprechende Schulungen.

Regelmäßig nehmen wir an Informationsveranstaltungen von KEA (2) teil, um wissenschaftlich aktuell zu sein.

Die meisten unserer Kinder können sich noch nicht sprachlich äußern, wenn sie zu uns in die Krippe kommen. Wir unterstützen die Kinder in ihrem Spracherwerb, in dem wir sie im Tagesablauf sprachlich aktiv begleiten (besonders beim Spielen, Wickeln, Anziehen, Essen usw.) und somit sprachliche Vorbilder für die Kinder sind. Durch Gespräche, Lieder und Spiele fördern wir die sprachliche Entwicklung der Kinder im Alltag, genauso lernen die Kinder voneinander z.B. beim gemeinsamen Spiel.

Wir dokumentieren den Sprachstand unserer Kinder mit dem von KEA entwickelten Spracherhebungsbogen für Kinder von 0-3 Jahren. Durch dieses Handeln entsprechen wir dem Niedersächsischen Orientierungsplan, der zugefügten Handreichung und dem KiTaG § 18.


(1) Heidelberger Interaktionstraining nach Frau Dr. Anke Buschmann zur alltagsintegrierten Sprachförderung und Sprachbildung in Kindertagesstätten.
(2) KEA – Kooperation der Universität Hildesheim, dem Landkreis Hildesheim und der Jugendhilfe, mit unterstützender Funktion für Tageseinrichtungen und Familien bzgl. alltagsintegrierter Sprachbildung und –Entwicklung

   

Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit - Bewegung

Da Bewegung ein Schwerpunkt in unserer täglichen Arbeit mit den Kindern ist machen wir uns auf den Weg, als Bewegungskrippe ausgezeichnet zu werden.

Kinder im Alter zwischen 0 und 3 Jahren sind Entdecker in allen Bereichen und das trifft im Besonderen auf den eigenen Körper zu.

Sie lernen ihren Körper kennen, lernen, sich Herausforderungen zu stellen und sich in ihrem Körper wohl zu fühlen. Bei körperlichem Unbehagen entwickeln sie Strategien der Selbsthilfe. Die motorische Entwicklung verläuft individuell und sprunghaft.

Einzelne Entwicklungsstufen müssen ausgelebt, erfahren und abgeschlossen sein, bevor weitere folgen können.

Ein positives Körperempfinden ist wichtig für ein positives Selbstbewusstsein. Über die motorische Entwicklung vom Krabbeln zum Laufen wird die Grundlage für eine räumliche Orientierung und das Zuordnen von oben und unten, links und rechts usw. gelegt.

Wir fördern die Entwicklung der Kinder durch gezielte Angebote, wie z.B. Sing – und Bewegungsspiele. Damit die Kinder ihren Bewegungsdrang auszuleben können haben sie immer die Möglichkeit ihre Erfahrungen im Gruppenraum, dem weitläufigem Flur und auf dem Außengelände zu sammeln.

In unserer Krippe und im Außengelände planen wir Höhenunterschiede, kleine Nischen, Kletterlandschaften und Schaukeln, um bewegungsmotivierende Bereiche zu schaffen.

  

Die Rolle und Aufgaben der pädagogischen Fachkraft

Als pädagogische Fachkräfte haben wir eine aktive Rolle bei der Gestaltung von kindlichen Lernprozessen. Wir sind Begleiter, Vorbilder und Mitgestalter der Kinder während ihrer Lernprozesse. Hierbei ist es uns wichtig, dass ihr Kind sich in unserer Einrichtung wohlfühlt.

Wir verstehen uns als Beziehungspersonen und Familienergänzende Partner. Sie lernen bei uns in Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften, wie man gemeinsam Probleme löst.

Die Selbstständigkeit der Kinder ist ein Ziel unserer pädagogischen Arbeit. Wir sorgen für ein bildungsunterstützendes und anregungsreiches Umfeld.

Um eine optimale Förderung zu erzielen, ist es für uns unumgänglich, mit den Eltern einen partnerschaftlichen Umgang zu pflegen.

Fortbildungen

Die Arbeit mit Menschen unterliegt einem ständigen Wandel. Das heißt Bedürfnisse, Anforderungen, Methoden, Schwerpunkte, etc. ändern sich ständig. Um auf dem neusten Stand zu bleiben und um eine ständige Weiterbildung zu gewährleisten, nehmen die pädagogischen Fachkräfte regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil. Die Inhalte der Fortbildungen werden in Teamsitzungen an das gesamte Team weitergeleitet, so kommen die Fortbildungen dem gesamten Haus zu gute.

Zusammenarbeit im Team

Für eine gute Zusammenarbeit im Team ist ein offener und kollegialer Kontakt zueinander für alle Mitarbeiterinnen in unserem Haus ein wichtiger Schwerpunkt. Informationen werden zeitnah weitergegeben, ein regelmäßiger Meinungsaustausch findet statt und Absprachen haben eine Verbindlichkeit.

Praktikanten/ Auszubildende sind Kollegen/innen von Morgen. Deshalb ist es für die pädagogischen Fachkräfte wichtig, Praktikanten/ Auszubildende fachlich qualifiziert anzuleiten und zu begleiten. Alle Mitarbeiterinnen sind Ansprechpartner für sie, jedoch ist eine für die Anleitung zuständig.

  

Beobachtung und Dokumentation

Ein wichtiger Teil unserer pädagogischen Arbeit ist es, die Entwicklung der Kinder und ihre einzelnen Entwicklungsschritte genau zu beobachten. So haben wir immer einen Überblick über den momentanen Entwicklungsstand jedes Kindes und können gezielt auf Stärken und Schwächen der Kinder eingehen. Wir dokumentieren die Entwicklung der Kinder in einem Portfolio. Unsere Beobachtungen werden mit dem Entwicklungsbogen von Kiphard und dem Spracherhebungsbogen von KEA fortlaufend durchgeführt und dienen als Grundlage für Elterngespräche, die einmal im Jahr, etwa zum Geburtstag des Kindes stattfinden.

  

§ 8a SGB VIII - Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

Die Mitarbeiterinnen unserer Einrichtung sind geschult und kennen den Ablaufplan, Ansprechpartner und aktuelle Überprüfungsbögen.

So können wir in Gefährdungssituationen angemessen und den Gesetzesgrundlagen entsprechend handeln.

  

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Es bestehen Kooperationen:

  • KEA
  • NIFBE niedersächsischen Institut für Bildung und Entwicklung
  • Jugendamt des Landkreises Hildesheim
  • mit anderen Kindertageseinrichtungen
  • mit Ärzten und Therapeuten
  • Berufsfachschulen und Fachhochschulen

 

Feste und Feiern

Wiederkehrende Feste und Feiern sind

  • unser Laternenfest im November
  • unsere Neujahrsbegrüßung im Januar und
  • unser Sommerabschlussfest vor den Sommerferien.