Seiteninhalt

Geflügelpest

Die Geflügelpest ist eine hochansteckende Viruskrankheit, die bei zahlreichen Vogelarten auftritt. Im vergangenen Winter kam es deutschland- und europaweit zur heftigsten und längsten Geflügelpest-Epidemie seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Meldungen in Deutschland waren seit Mai 2017 stark rückläufig, jedoch werden weiterhin aus 30 europäischen Ländern Ausbrüche der hochpathogenen Vogelgrippe gemeldet. In der aktuellen Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts vom 12.5.2017 wird darauf hingewiesen, dass das Virus immer noch in der Umwelt vorhanden ist. Am 09.10.2017 wurde eine männliche Stockente im Landkreis Grafschaft Bentheim im Rahmen der Jagdausübung von einem Jagdhund apportiert und anschließend getötet. Bei dieser Ente wurde die die Geflügelpest nachgewiesen.

Die Krankheit ist hoch ansteckend. Deshalb ist es wichtig, alle Geflügelbestände, auch kleine Haltungen, vor einer Infektion zu schützen. Zur Einhaltung der Grundregeln der Biosicherheit sind alle Geflügelhalter gesetzlich verpflichtet.

Um einen Eintrag des Erregers in die Hausgeflügelbestände zu verhindern, sind die dargestellten Biosicherheitsmaßnahmen durch die Geflügelhalter die wirkungsvollste Maßnahme. Jeder Geflügelhalter muss sich seiner Verantwortung bewusst sein und die rechtlich vorgegebenen Maßnahmen einhalten.

Folgende Biosicherheitsmaßnahmen werden dringend empfohlen:

• Schützen Sie ihr Geflügel vor Kontakt mit Wildvögeln.

Die größte Gefahr geht von einem direkten oder indirekten Kontakt mit infizierten Wildvögeln aus. Halten Sie ihr Geflügel daher so, dass Wildvögel keinen Zugang haben.

• Trennen Sie strikt zwischen Straßen- und Stallkleidung.

Lassen Sie die Schuhe, die Sie im Stall tragen, im Stall. Betreten Sie den Stall nicht mit Schuhen, die Sie draußen getragen haben; an der Sohle könnte Kot oder Material von infizierten Vögeln haften. Tragen Sie schutzkleidung, die nur im Stall getragen wird.

• Waschen Sie sich vor dem Betreten und nach dem Verlassen des Auslaufs/ Stalls die Hände mit Wasser und Seife. 

• Bewahren Sie Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, die mit Geflügel in Berührung kommen können, für Wildvögel unzugänglich auf. Entsorgen Sie Futter oder Einstreu, wenn die Gefahr einer Verunreinigung mit Vogelkot besteht. Mit Vogelkot kontaminierte Gegenstände sind zu reinigen und zu desinfizieren.

• Füttern Sie das Geflügel im Stall und tränken Sie es mit Leitungswasser (nicht mit Regenwasser oder sonstigem Oberflächenwasser).

• Verfüttern Sie keine Geflügelteile und keine Eierschalen von gekauften Eiern. 

• Sichern Sie die Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder die sonstigen Standorte des Geflügels gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren. Halten Sie betriebsfremde Personen (Kinder, Besucher, Eierkunden usw.) und Haustiere (z. B. Hunde, Katzen) von den Ställen fern.

• Duschen Sie, bevor Sie andere Geflügelhalter besuchen.

• Reinigen und desinfizieren Sie Gerätschaften und Fahrzeuge nach jeder Ein- oder Ausstallung von Geflügel und nach jedem Geflügeltransport.

• Führen Sie regelmäßig Schadnagerbekämpfung durch.

• Beachten Sie auch die Empfehlungen, wie Sie bei Stallpflicht für Abwechslung der Tiere sorgen können, damit Ihnen unnötiger Stress erspart bleibt.

• Informieren Sie unverzüglich den Tierarzt, wenn Sie bei Ihren Tieren ungewöhnlich hohe Verluste (wenn innerhalb von 24 Stunden drei oder mehr Tiere bei einer Bestandsgröße von bis zu 100 Tieren sterben) feststellen. Die gilt auch, wenn Sie neurologische Symptome (z. B. Apathie, Kopfdrehen, Gleichgewichtsstörungen) oder einen starken Rückgang der Legeleistung oder der Gewichtszunahme beobachten

 

Bitte beachten Sie auch folgende Hinweise:

 

Wer Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln oder Laufvögel halten will, hat dies beim Veterinäramt anzuzeigen.

Den Registrierungsantrag für Tierhalter finden Sie hier.

 

 Stand: 24.10.2017

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserer Aufgabe Vogelgrippe.

Aktuelle Informationen zur Tierseuchenlage können auch im Internet unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de eingesehen werden.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) hat ein Infotelefon für Geflügelhalter unter folgender Rufnummer eingerichtet: 0441- 57026444.

 

Autor: FD 203