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Beim Zwischenstopp am Derneburger Glashaus traf Ralf Meister Holles Bürgermeister Klaus Huchthausen und trug sich ins Goldene Buch der Gemeinde ein

(Holle) Auf seiner Rundreise durch den Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld besuchte der Landesbischof Ralf Meister auch die Gemeinde Holle. Im Glashaus Derneburg trug er sich in das goldene Buch der Gemeinde ein und im Grasdorf besuchte er die neuen Autobahnkirchen an der A7.

Die Kirche im ländlichen Raum sei ein neues „Herzthema“ für ihn, sagte Ralf Meister vor den hauptamtlichen Mitarbeitern des Kirchenkreises Hildesheim. In Bisperode befasste er sich mit einem Aspekt, den es in den großen Zentren in dieser Form tatsächlich nicht mehr gibt: dem Patronatswesen. Hier handelt es sich um Jahrhunderte alte gegenseitige Verpflichtungen von Kirchengemeinden und Gutsbesitzern, die bis heute ihre Gültigkeit haben, in Zeiten sich verändernder weltlicher und geistlicher Gemeindegrenzen aber besondere Probleme aufwerfen. Ralf Meister dankte den Patronen aus Bisperode, Harderode, Heinde und Alfeld für die Treue zur Kirche und „für den Dienst, den sie als Personen und Institutionen tun“.

Stehen die Patrone für „Gewähr und Beständigkeit“, wie Meister es ausdrückte, so erlebte der Landesbischof auf der anderen Seite des Kirchenkreises, dass die Kirche auch im ländlichen Raum neue Wege geht und zum Teil eine Vorreiterrolle einnimmt. Wie die Gemeinde in Hoheneggelsen, die den Turmraum der 1000 Jahre alten Wehrkirche in ein so genanntes Kolumbarium, einen Bestattungsort für Urnen verwandelt hat – den ersten auf dem Gebiet der Landeskirche. Das Interesse an dem gerade erst eingeweihten Kolumbarium sei groß, berichtete Pastor Eckhard Hallemann: „Wir kriegen jeden Tag Anrufe.“

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In der Grasdorfer Autobahnkirche wurde der Landesbischof von Pastor Peter-Michael Wiegandt empfangen; bevor es weiterging, trug er sich ins Gästebuch ein
In Grasdorf besichtigte Ralf Meister, der von PastorInnen, DiakonInnen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Kirchenkreises begleitet wurde, die seit dem letzten Jahr bestehende Doppelautobahnkirche: Einmalig in Deutschland ist dieses ökumenische Projekt mit zwei Autobahnkirchen an einem Ort. Wie eng die evangelische und die katholische Kirche zusammenarbeiten, wurde bei der Vorstellung durch Pastor Peter Michael-Wiegandt und die Vorstände der beiden Kirchen deutlich. Das gemeinsame Motto der Grasdorfer Gemeinden: „Fremde sind Freunde, die wir noch nicht kennen.“

Nach einem Zwischenstopp am Derneburger Glashaus und einem Treffen mit dem Holler Bürgermeister Klaus Huchthausen war Wrisbergholzen die letzte Station des ersten Tages. Bernd Leonhard, Kirchenvorsteher und Vorsitzender des Kirchenkreistages begrüßte den Bischof in der mit 150 Besucher/innen gefüllten Kirche und lud zum anschließenden geselligen Beisammensein mit einem „Landesbischof zum Anfassen“ ein.

Der zweite Tag der Visitation führte nach Alfeld, wo Katharina Henking seit dem Jahreswechsel als Superintendentin im Amt ist. Nach einem Sechs-Augen-Gespräch mit den beiden Superintendenten fuhren der Architektur-interessierte Bischof und seine Begleitgruppe zu den Fagus-Werken. Geschäftsführer Uwe Kahmann und Ausstellungsleiter Karl Schünemann führten durch den Gropius-Bau, der seit vorigem Jahr als Weltkulturerbe anerkannt ist.

Abschließend moderierte Katharina Henking den Meinungsaustausch mit elf kommunalen Vertreterinnen aus dem Alfelder und Lamspringer Raum, aber auch aus entfernten Gemeinden wie Salzhemmendorf, Coppenbrügge und Schellerten.

Text von Ralf Neite www.kultundkom.net