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v.li.n.re: Horst Winzer, Martin Ganzkow, Marcus Wedig, Rolf Lüer, Ruth-Evelyne Drews, Reiner Bender, Axel Witte, Reinhard Ratay, Torsten Krakowski, Thomas Schridde
(Holle/Schellerten) Ist die Kreide nur zum Schreiben da? Wie schmecken rote Äpfel? Gibt es noch Erdöl im Boden der Börde? Diese und noch viel mehr Fragen wurden auf dem 9. Entdeckertag in der Region Börde gestellt und auch beantwortet – bei einem der sieben Projekte, die sich das 19. Jahrhundert zum Entdecken ausgesucht hatten. Schon seit 9 Jahren organisiert der Arbeitskreis Kultur und Geschichte den Börde-Entdeckertag. Sogar Söhldes Bürgermeister Reiner Bender war erstaunt, dass es in seiner Region so viel zu entdecken gibt. Bei der Eröffnung dankte er dem Arbeitskreis für die kontinuierliche Arbeit und freute sich auf die Ziele des diesjährigen Entdeckertages. Marcus Wedig von der Sparkasse Hildesheim, einer der langjährigen Sponsoren des Entdeckertages, überreichte dem Vorsitzenden des Arbeitskreises, Martin Ganzkow, einen Scheck über 1.000 Euro.

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Besucher des 9. Entdeckertages auf dem Weg in den Steinbruch bei Söhlde
Im Anschluss an die Eröffnung ging es dann an das Entdecken. Ein erstes Ziel war die Kreidewindmühle in Söhlde. Horst Winzer vom Verein zur Erhaltung historischer Mühlen in Söhlde e.V. erzählte aus der langen Geschichte der Mühle, die 1862 für das Zermahlen der Kreide gebaut wurde. Tief in die Kreideschichten ging es mit dem Geowissenschaftler Dr. Jürgen Vespermann. Er führte eine große Schaar von Entdeckern in den Steinbruch bei Söhlde, die sich sofort auf die Suche nach Versteinerungen begaben. Vespermann erklärte die Bedingungen, unter denen die riesigen Kreideschichten vor Jahrmillionen entstanden waren und deren Entdeckung durch Friedrich Adolph Roemer, einen der Namensgeber des Roemer- und Pelizaeus-Museums in Hildesheim.

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Gerd Sundermeyer erklärt den Besucher alte Apfelsorten aus dem 19. Jahrhundert
Auf der Obstwiese in Wendhausen stand Gerd Sundermeyer vor einer Reihe von historischen Apfelsorten und erklärte jedem Besucher geduldig die Geschichte der Apfelzucht. Auch auf Fragen nach dem Umgang mit dem Apfelbaum im eigenen Garten konnte der Wendhausener Obstbauer die richtigen Antworten geben. Beim Probieren der Äpfel konnte der Besucher auch in einen rot-fleischigen Apfel beißen, der fast so sauer wie eine Zitrone schmeckte.

In Sillium standen die Besucher leider vor verschlossenen Türen. Die Stone Mountain Creek Ranch hatte wegen Wasserproblemen ihr Projekt eines alten Siedlertrecks in Amerika absagen müssen. Karl-Heinz Lehmann vom Reit- und Fahrverein Wohldenberg führte die neugierigen Besucher dennoch über die Ranch und die dazugehören Anlagen.

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Die Sängervereinigung Dinklar singt Lieder aus dem 19. Jh. in der St. Stephanus Kirche
Viele Besucher zog es auch nach Mölme, wo Dr. Armgard Heine die Erdölförderung im 19. und 20. Jahrhundert vorstellte. Für viele Entdecker war es kaum zu glauben, dass in Mölme bis zu 50 Erdölpumpen das schwarze Gold aus der Erde gepumpt haben. In Garmissen konnten die kleinen Entdecker in der Kita St. Lukas wie der Künstler Miro malen die kleine Nachtmusik von Mozart auf dem Xylophon nachspielen. In Dinklar gab es dann zum Abschluss des Entdeckertages ein Konzert mit Musik und Liedern aus der Romantik, vorgetragen in der schönen St. Stephanus Kirche von Roman Schliep auf der Orgel und der Sängervereinigung Dinklar.

Bei bestem Sonnenschein kamen ungefähr 800 Besucher zum Entdeckertag. „Die Besucher“, so Martin Ganzkow vom Arbeitskreis, „suchen sich ganz gezielt einige Projekte des Entdeckertages aus, um sich über die Kultur und Geschichte ihrer Heimat zu informieren“. Ein großer Erfolg also, der im nächsten Jahr mit dem Jubiläum des 10. Entdeckertages wiederholt werden soll.