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Für den Ferienpass an einem Strang gezogen 16.06.2011


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Ziehen an einem Strang für den Drei-Gemeinden-Ferienpass

(Holle/Schellerten/Söhlde) (am). Der Klaus würde in den Sommerferien gerne Bogen schießen lernen, Reiner sieht sich schon auf dem Fußballplatz oder als Bildhauer vor Ytongsteinen und Axel fühlt quasi schon den Fahrtwind im Gesicht, während er mit dem Mountainbike durch die heimischen Wälder flitzt. Diese Wünsche könnten in den Sommerferien allesamt in Erfüllung gehen – wenn, ja wenn Klaus Huchthausen, Reiner Bender und Axel Witte nicht schon um die 50 wären und ihrem Beruf als Bürgermeister nachgehen müssten.

Nichtsdestotrotz freuen sich die drei Verwaltungschefs, dass sie den Kindern ihrer Gemeinden wieder ein prall gefülltes Ferienprogramm anbieten können – und Die Gemeinden Holle, Schellerten und Söhlde stellen ihre gemeinsamen Angebote vor / Bürgermeister würden am liebsten mitmachen das nun schon im achten Jahr. Die Angebote stellten Gemeinde-Mitarbeiterinnen Andrea Müller (Holle), Monika Umlauf (Schellerten) und Frauke Tomescheit (Söhlde) zusammen.

222 Programmpunkte sind es insgesamt. Das Heft ist 178 Seiten stark, Gesamtauflage 1570 Stück. Vom 27. Juni an ist der Pass in den Rathäusern der drei Gemeinden, den Grundschulen Schellerten und Söhlde, in der Richard-von-Weizsäcker-Schule und den Schellerter Kindergärten für 2 Euro zu haben. Soweit die Zahlen. Nun zu den Inhalten. Da setzen Müller, Umlauf und Tomescheid auf Neues und Bewährtes. Klassiker wie Seidenmalerei oder Muffins backen fehlen natürlich nicht. Außerdem gibt es viele Kreativangebote, die für Grundschüler ebenso geeignet sind wie für ältere Kinder. Beim Schmuckherstellen oder beim Batiken etwa wird in verschiedenen Schwierigkeitsstufen gearbeitet.

Bei der Zusammenstellung des Ferienprogramms sind die verantwortlichen Damen sehr gefordert, immer wieder lassen sie sich neue Angebote einfallen. Wie etwa ein Fotoshooting mit dem Holler Firlefanztheater, Bildhauerei mit Ytong und sogar einen Trickfilm-Workshop. „In Braunschweig habe ich extra dafür eine Fortbildung besucht“, berichtet Holles Jugendpflegerin Andrea Müller. Sie produziert mit den Teilnehmern kleine Trickfilme, wie sie die Ferienkinder sonst nur aus dem Fernsehen kennen. „Es ist schwer, besonders ältere Kinder zu begeistern“, so Müller. Mit diesem Angebot dürfte sie wohl ein volles Haus bekommen.

Ausflüge stehen auch auf dem Programm, für einen Tag geht es in den Heide-Park Soltau, außerdem wird das Sea-Life angesteuert, das Rastiland, die Marienburg und das Wisentgehege in Springe. Das Organisationstrio freut sich, dass sich auch in diesem Jahr wieder Sportvereine und Feuerwehren beteiligen. „Die Schützen bieten zum Beispiel Luftgewehr schießen für die größeren und Lichtpunktgewehrschießen für die jüngeren Ferienkinder an“, erklärt Tomescheit. Viele Ferienangebote sind sehr sportlich: Von Fußball über Cheerleading bis hin zu Klettern und Hip-Hop ist alles dabei. Auch ein Inliner-Crash-Kursus steht auf dem Plan, bei dem die Teilnehmer lernen, wie auf den Rollen richtig gebremst wird. „Den haben wir auch schon einmal für Erwachsene angeboten, weil die ihren Kindern in nichts nachstehen wollten“, erklärt Müller. Da wird Axel Witte aufmerksam. „Das wär auch etwas für mich“, sagt er. Vielleicht wird ja noch einmal ein Kursus für Erwachsene angeboten?

Falls beim Fußball, beim Bogenschießen oder am Treffpunkt der Mountainbiker in den Sommerferien Männer um die 50 fragen, ob sie mitmachen dürfen – es könnten Bürgermeister sein.

aus der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 11.06.2011, Andrea Marwede