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(Holle/Burgdorf) Zu einer Informationsveranstaltung mit Trassenbegehung hatte die Bürgerinitiative Erdkabel/Innerstetal und Umgebung am Samstag den 14.08. zeitgleich in Holle/Sillium und Burgdorf eingeladen. Insgesamt 70 Menschen kamen.

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Bereits vor der Trassenbegehung schlagen die Wellen hoch. Am meisten bewegt die Menschen die Frage, ob man denn eine Chance gegen die Planungen der e.on - Netz-Nachfolgefirma transpower hätte. Dabei entlädt sich die Wut auf die Politiker: „Die tun doch alle nichts.“, äußern einige. Einer bringt seinen Unmut auf den Punkt: „Es sind doch nur einige hundert Menschen direkt an der Trasse, die krank werden oder sich krank ärgern. Das kratzt die da oben doch nicht.“
Krause versucht zu differenzieren: vor allem die Kommunalpolitiker hätten von Beginn an Seite an der Seite mit der Bevölkerung gegen die Megamasten gekämpft.

Der Landtag habe schließlich auf Druck der Bevölkerung das niedersächsische Erdkabelgesetz verabschiedet. Danach sei zumindest zum Teil eine Erdverlegung möglich gewesen. „Dann jedoch hat das Bundeswirtschaftsministerium mit der Rückendeckung der großen Energieversorger das EnLAG durchgedrückt.“ Damit sei das niedersächsische Gesetz an vielen Stellen außer Kraft gesetzt worden.

Eine Teilnehmerin fragt bange, ob es richtig sei, dass die Leitungen sogar direkt über die Häuser gehen dürften. Im EnLAG sei das nur eine Kann-Regelung. Krause gibt Entwarnung: auf Grund der niedersächsischen Gesetzgebung sei eine Erdverlegung in siedlungsnahen Bereichen, also weniger als 200m von Einzelgebäuden und weniger als 400m von Ortschaften entfernt, Pflicht (siehe www.rov-wahle-mecklar.de). Weiter dürften Landschafts- und Naturschutzgebiete nicht überspannt werden, wenn es technisch und wirtschaftlich sinnvolle Alternativen gäbe.
Der Antragsteller sträube sich jedoch „mit Händen und Füßen, auch nur einen Meter in die Erde zu gehen.“ Dann schlägt sie eine zusätzliche Strategie vor. Dazu berichtet sie von Diskussionsveranstaltungen mit der transpower: „Jedes Mal, wenn wir den Namen e.on in den Mund nehmen, gehen die hoch, wie von der Tarantel gestochen. Das ist der Punkt wo wir angreifen müssen.“ So seien besonders in der Bundespolitik die Ministerien auf Beratung aus der Wirtschaft angewiesen. Krause „Solange vier große Firmen die deutsche Energiepolitik bestimmen und dabei den Politikern und dem Volk auf der Nase herumtanzen, wird es bevölkerungsfeindliche Gesetze geben.“ Dann holt sie zum Schlag aus: „Das Bundesgesetz wollten die großen Energieversorger. Denen müssen wir zeigen: wenn ihr uns hier solch einen Mist in die Landschaft bauen lasst, kaufen wir unseren Strom woanders.“

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Teilnehmer in Sillium mit Blick auf die Trasse
Ihre Solidarität mit der Bevölkerung demonstrieren auch die Bürgermeister Jens Range und Heinz Heusmann. Sie nehmen persönlich an der Trassenbegehung in Burgdorf teil. Auch sie sind wütend. So sehr, dass ein so grundfreundlicher Mensch wie Jens Range sogar von von Verarschung durch den Antragssteller spricht.

In Sillium gehen die Menschen in Richtung Autobahn. Diese ist nicht schön, aber laut, vor allem, wenn der Wind aus Südosten weht. Dennoch: der Blick in den Hainberg, über dem Milane und Kolkraben kreisen und an manchen Tagen sogar der Schwarzstorch zu beobachten ist, bleibt ungetrübt. In Burgdorf schauen die Menschen auf Rastplätze der Kraniche. An beiden Orten soll nun eine Megamastentrasse die Landschaft zerschneiden.
Entsetzen, Ohnmacht und Wut spiegelt sich in den Gesichtern. Alle sind sich einig: wir kämpfen weiter. Spätestens am nächsten Samstag sieht man sich wieder zum - Treckerkorso mit Fahrraddemo und Sternmarsch nach Hohenassel.

Service:
Samstag, 21.08. Treckerkorso-Fahrraddemo – Sternmarsch
14.00 Uhr, Luttrum: Sammlung der Trecker und Fahrräder
14.15 Uhr: Begrüßung durch BM Klaus Huchthausen und Landwirt Reinhard Schaare
14.30 Uhr: Treckerkorso und Fahrraddemo von Luttrum nach Hohenassel
14.45 Sternmarsch von Hohenassel und Westerlinde auf den Kundgebungsplatz

ca. 15.15 Uhr: Kundgebung auf dem Feld zwischen Hohenassel und Westerlinde (300m om Ortsausgang Hohenassel)
Es sprechen:
BM Heinz Heusmann, Kreislandwirte, Bürgerinitiativen, Betroffene.
Um Grußworte gebeten wurden Politiker aller Parteien.
Zugesagt hat Birgitte Pothmer, MdB.
Ab ca. 16.00 Uhr: Rück- und Rundfahrt von Treckern und Fahrrädern.
Ca. 17.15 Uhr: Gespräche am Grill in Luttrum.

Teilnehmende Treckerfaher/innen erhalten einen Anfahrtsplan unter kirchmann-hohenassel@t-online.de