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Holle) 25 000 Euro Schaden nach Randale im Asylheim.  

Mit einer offenbar blinden Zerstörungswut haben unbekannte Täter in der ehemaligen Asylunterkunft am Mohldberg in Holle gewütet. Ein Spaziergänger, der seinen Hund an dem etwas abgelegenen Gebäude am Sonntag ausführte, hörte gegen 20 Uhr ein Poltern aus dem Haus und alarmierte die Polizei. Einen fremdenfeindlichen Hintergrund vermutet Torsten Krakowski, Allgemeiner Vertreter des Holler Bürgermeisters, nicht. „Es gibt keine geschmierten Parolen oder ähnliches im leerstehenden Haus“, sagt er.

An der Asylunterkunft angekommen, mussten die Polizeibeamten feststellen, dass die Täter nichts ausgelassen haben. Über rückwärtige Fenster gelangten sie ins Gebäude und dort tobten sie sich aus. Sie randalierten in sämtlichen 26 Räumen des Hauses. Sie zerschlugen alle Sanitärobjekte, traten Türen ein und rissen sogar Wände ein. „Das Haus ist als Asylunterkunft seinerzeit in Holzrahmenbauweise mit Rigipsplatten gebaut worden“, erklärt Krakowski. Auch das letzte noch in den Räumen verbliebene Mobiliar zerschlugen die Täter. Schließlich entleerten sie im Erdgeschoss noch einen Feuerlöscher.

Nach ersten Schätzungen der Polizei beläuft sich der angerichtete Sachschaden auf etwa 25 000 Euro. Geschädigt ist die Gemeinde Holle. Krakowski geht davon aus, dass die Versicherung den Schaden regulieren wird.

Während ein Zeuge die Polizei rief, alarmierte ein weiterer Holler Torsten Krakowski. Er berichtete ihm von Aktivitäten in dem Haus. Krakowski machte sich umgehend auf den Weg. In der Nähe des Mohldberges nahm er ein schnell fahrendes Auto wahr und notierte sich vorsichtshalber das Kennzeichen. Doch es handelte sich nicht etwa um ein Fluchtauto, sondern um das Fahrzeug eines Auslieferfahrers, der die Verfolgung von Jugendlichen aufgenommen hatte, die offenbar auf der Flucht waren. Doch sein Einsatz blieb ohne Erfolg. Der Mann hatte beobachtet, wie fünf Jugendliche von dem Gebäude in der Straße „Am Mohldberg“ wegliefen. Auch andere Zeugen sahen, wie Jugendliche fluchtartig in verschiedene Richtungen liefen. Ein Zeuge, der in den örtlichen Sportvereinen aktiv ist und daher viele Jugendliche aus dem Ort kennt, gab an, dass die jungen Männer seiner Meinung nach nicht aus dem Ort stammen würden. Einer der Verdächtigen trug eine dunkle Strickmütze mit einem Emblem.

Krakowski ist angesichts der großen Zerstörung davon überzeugt, dass die Jugendlichen mehrere Tage in dem Haus wüteten. „Am Donnerstag war aber noch alles in Ordnung“, weiß Krakowski. Denn das leerstehende Gebäude wird regelmäßig kontrolliert. Was einmal aus der Immobilie werden soll, ist noch ungewiss. „Derzeit liegt alles auf Eis“, meint Krakowski. Eine Möglichkeit wäre, einen Jugendtreff mit Außengelände dort einzurichten. Die andere wäre, das Gebäude abzureißen und auf das Gelände ein Blockheizkraftwerk zu bauen. Das hänge allerdings von der Umsetzung des Klimakonzeptes, an dem die Gemeinde arbeitet, ab.

An der Auswertung der Spuren, die die Randalierer hinterlassen haben, arbeitet derzeit die Spurensicherung der Polizei. Die Beamten hoffen auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Ermittlung der Täter führen können. Hinweise nimmt die Polizei in Holle unter 0 50 62 / 96 49 16 oder in Bad Salzdetfurth unter 0 50 63 / 90 10 entgegen. (am)