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(07-3-006) Der Run auf die gymnasiale Schulform im Landkreis Hildesheim hält auch im neuen Schuljahr 2007/2008 an. Für den Landkreis Hildesheim bedeutet dies, weiteren Schulraum in Gymnasien zu schaffen, während in den Haupt- und Realschulen Schulraum zunehmend frei wird.

Nachdem die Kreisverwaltung wiederholt auf die sich zuspitzende Situation aufmerksam gemacht hatte, liegt jetzt eine Beschlussvorlage vor, die im Ausschuss für Bildung, Kultur, Jugend und Sport am 6. Februar beraten und entschieden werden soll. Grundtenor: Die Gesamtzahl der Schüler bleibt nahezu unverändert, aber die Zahl der Schüler, die am Gymnasium angemeldet werden, steigt weiter an. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind die Hauptschulen, deren Anteil an der Gesamtschülerzahl stark rückläufig ist; der Anteil der Realschulen verändert sich kaum.

Für Karl-Heinz Brinkmann, Leiter des Fachdienstes Schule, eine Entwicklung, die bereits vor zwei Jahren absehbar war und den Entscheidungsgremien frühzeitig angekündigt wurde. Nach den Zahlen der Landesstatistik verteilen sich in Stadt und Landkreis Hildesheim die Schüler zu 13,6 Prozent auf die Hauptschulen, zu 34,2 Prozent auf Realschulen und zu 45,2 Prozent auf die Gymnasien. Der Anteil der Integrierten Gesamtschulen liegt bei sieben Prozent.

Um die Entscheidungsbasis für die Politik umfassend vorzubereiten, wird in der aktuellen Vorlage detailliert auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingegangen. Dazu zählen die Verordnungen zur Schulentwicklungsplanung, sowie die Vorgaben zur Bildung von Zügen und Lerngruppen und der Klassenbildungserlass. Ferner dienen die sogenannten Schulbauhandreichungen, die unter anderem Hinweise zur Raumgröße sowie zum Anteil der allgemeinen und der Fachunterrichträume in den Schulen geben, als Richtschnur.

"Konsolidierungsbeschlüsse des Kreistages beachten"

In der Verwaltungsvorlage wird aber auch auf das Konsolidierungsprogramm verwiesen, in dem 1994 vorgesehen wurde, dass zur Abdeckung eines vorübergehenden Spitzenbedarfs in den Schulen von den Schulbauhandreichungen abgewichen werden könne. "Da wir sparsam und wirtschaftlich mit Steuergeldern umgehen müssen, kann es nicht angehen, heute neuen Schulraum zu bauen, der morgen absehbar leer steht," so Landrat Reiner Wegner. Nach der Bedarfsplanung besteht im gymnasialen Bereich zum nächsten Schuljahr ein zusätzlicher rechnerischer Raumbedarf von fünf allgemeinen Unterrichtsräumen, den die Schulträger Landkreis und Stadt gemeinsam abzudecken haben. "Wir sitzen hier in einem Boot," so Brinkmann.

Während am Gymnasium Alfeld und am Gymnasium Sarstedt zum nächsten Schuljahr sechs 5. Klassen aufgenommen werden könnten, reichen die räumlichen Kapazitäten an den vier öffentlichen Gymnasien in Hildesheim nicht aus, wenn sich der Run auf die Schulform Gymnasium wie im laufenden Schuljahr fortsetzt. Zur Lösung der Raumprobleme an den öffentlichen Gymnasien am Standort Hildesheim, schlägt die Verwaltung vor, am Gymnasium Himmelsthür einen Mehrzweckraum (Kosten rd. 140.000 Euro) zu bauen, der schon seit Jahren benötigt wird und in dem auch mehrere Klassenverbände unterrichtet werden könnten.

Damit die Maßnahme zum Sommer abgeschlossen werden kann, muss die Planung jetzt beginnen. Nach den Trendmeldungen zur Schulwahl im Februar ist genauer einzuschätzen, ob weiterer Raumbedarf zu befriedigen ist.

Ob die Beschlussgremien diesem Vorschlag der Verwaltung folgen, wird die Ausschusssitzung Anfang Februar zeigen. Für Rückfragen steht der zuständige Fachdienst Schule, Tel.: 05121/309-3331 zur Verfügung. Eine Kontaktaufnahme ist auch per E-Mail Karl-Heinz.Brinkmann@landkreishildesheim.de möglich.


 

Autor: Pressestelle