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(LK06-5-014) Zum Tag der Umwelt am 5. Juni weist der Fachdienst Umwelt des Landkreises Hildesheim darauf hin, dass es gute Gründe gibt, dafür zu sorgen, die Bedeutung des Bodens im Rahmen der übrigen Umweltgüter wie Wasser, Luft, Natur und Landschaft zu stärken.

"Böden sind wertvoll", unterstreicht Wulf Grube, zuständiger Sachbearbeiter des Fachdienstes Umwelt. Etwa 90 Prozent aller menschlichen und tierischen Nahrungsmittel werden auf Böden produziert. Nur auf sauberen Böden lassen sich gesunde und unbelastete Nahrungsmittel erzeugen. Damit ist Bodenschutz zugleich auch Verbraucherschutz.

Boden mit vielen Funktionen

Der Boden dient dem Menschen als Rohstofflager und als Grund für seine Gebäude. Im Spiel der Umweltkräfte besticht der Boden durch seine unterschiedlichen Funktionen. Die Umwandlung der jährlich auf den Boden fallenden Laubstreu sowie sonstige abgestorbene Pflanzenteile und Organismen wird vollständig von Bodenbewohnern wie Würmern, Bakterien oder Pilzen vollbracht. Die Produkte der abgebauten Materialien wiederum stehen anderen Tieren und Pflanzen als wertvolle Nährstoffe zur Verfügung oder werden als wertvolle Humusschicht im Oberboden angereichert. Dadurch wiederum können Wasser und Nährstoffe im Boden gebunden werden. Dort, wo das Bodenleben intakt ist, kann der Oberboden nicht so leicht durch Wind und Wasser abgetragen werden.

Die heutigen Böden sind meistens das Ergebnis von Zersetzungs-, Abbau- und Umwandlungsprozessen seit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 15.000 Jahren. Neben dem Klima vergangener Epochen kann häufig der Einfluß des wirtschaftenden Menschen anhand der einzelnen Bodenschichten nachvollzogen werden. Damit stellt der Boden ein wertvolles Archiv der Natur- und Kulturgeschichte dar. "Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die Schwarzerden der Hildesheimer Börde, die zu den fruchtbarsten Böden Deutschlands gehören", erklärt Helfried Basse, Leiter der Fachdienstes Umwelt.

Versiegelung vernichtet Bodenfunktionen

Doch unsere Böden sind bedroht. Durch Bautätigkeiten für Verkehr und Siedlungen wird jährlich in Deutschland eine Fläche in Anspruch genommen, die in etwa derjenigen der Stadt Bremen entspricht. Durch die damit verbundene Versiegelung von meistens landwirtschaftlichen Flächen gehen sämtliche Funktionen des Bodens verloren. Infolge von Verdichtungen kommt es zu Wasserstau oder Luftarmut. Die Folge sind lebensferne Böden, die der Erosion Angriff bieten.

Aber auch Schadstoffe, die durch menschliche Tätigkeiten in den Boden eingebracht werden und die sich dort nicht abbauen können, bedrohen den Boden. Dieses kann punktuell durch Altlasten, wie z.B. ehemalige Deponien oder Produktionsrückstände mit chlorhaltigen Substanzen, erfolgen. Großflächige Belastungen für den Boden erfolgen durch Emissionen der Industrie und des Verkehrs vor allem über den Niederschlag. Mit diesen stofflichen Belastungen kann gleichzeitig immer eine Gefährdung für das Grundwasser und damit für das Trinkwasser verbunden sein. "Damit ist Bodenschutz auch Trinkwasserschutz", unterstreicht Basse.

Der Wert der Böden und die Wahrnehmung ihrer Funktionen sind somit wichtige Themen des heutigen Umweltschutzes. Sie sollten deshalb stärker als bislang in der Debatte um ein nachhaltiges Wirtschaften berücksichtigt werden. Dafür setzt sich auf kommunaler Ebene der Fachdienst Umwelt des Landkreises Hildesheim ein. Nähere Informationen gibt es bei Wulf Grube von der Unteren Bodenschutzbehörde unter der Telefonnummer 05121/309-4081 oder per E-Mail unter wulf.grube@landkreishildesheim.de .


 

Autor: Pressestelle