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(LK06-5-005) Zunächst erntete die europaweite Agenda 2000 harsche Kritik. Heute ist das daraus resultierende Förderprogramm PROLAND nicht mehr wegzudenken. Seit dem Jahr 2000 wurden Maßnahmen insbesondere zur Stärkung der ländlichen Strukturen und Erhaltung typischer Landschaften in Höhe von über 37 Mio. Euro im Landkreis Hildesheim gefördert.

Die Mittel aus dem PROLAND-Programm sind weitgehend erschöpft, das Programm läuft in diesem Jahr aus. Ab 2007 gelten in der Europäischen Union neue Förderregeln, die auch die EU-Erweiterung berücksichtigen. Das wiederum hat Auswirkungen auf Fördermöglichkeiten auch im Landkreis Hildesheim.

Integriertes ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) soll Fördermittel sichern

Das Land Niedersachsen berücksichtigt im neuen Programm für Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung (ZILE) die EU-Vorgaben. "Damit auch weiterhin Fördermittel in das Kreisgebiet fließen können, heißt das kommende Zauberwort ILEK", berichtet Helfried Basse als zuständiger Fachdienstleiter der Kreisverwaltung Hildesheim. Das integrierte ländliche Entwicklungskonzept wird künftig alle zu fördernden Maßnahmen im Zuwendungsgebiet beinhalten. Ein Projektmanagement soll die Einzelmaßnahmen koordinieren, vernetzen und unterstützen. "Die Agenda-21 Region Hildesheim hat mit dem Naturland-Projekt bereits eine wertvolle Vorarbeit geleistet. Diese kann nun in die Praxis umgesetzt werden", stellt Basse erfreut fest.

In zurzeit fünf Modulen positioniert das ILEK Tätigkeitsfelder als Wege für die nachhaltige Sicherung der ländlichen Einkommens-, Lebens- und Wohnsituation in der Region Hildesheim. Von der Verbesserung ländlicher Strukturen, über Tourismusentwicklung und Vernetzung kultureller Angebote, Revitalisierung historischer Gärten, Erhaltung traditionellem Handwerks bis zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe ist ein breites Programm zu gestalten.

Landrätin Ingrid Baule hat im vergangenen Jahr eine Projektstudie zur Realisierung einer großtechnischen Bio-Energieanlage angestoßen. "Wir müssen der Landwirtschaft zu einem nachhaltigen Standbein verhelfen," betont Baule und setzt dabei auch auf die Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Clausthal und einem hannoverschen Planungsbüro.

Stroh- und Holzvergasungsanlage für 20 Mio. Euro geplant

In der jüngsten Sitzung des Fachbereichsausschusses für Umwelt, stellte Dr. Gerhard Albert von der Planungsgruppe Ökologie aus Hannover, den Masterplan Bioenergie vor. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Clausthal, soll für rund 20 Millionen Euro eine großtechnische Anlage zur Vergasung von Stroh und Holz im Kreisgebiet realisiert werden. Die Landwirtschaft und verschiedene Investoren haben bereits Interesse daran bekundet.

"Gerade vor dem Hintergrund der explodierenden Energiekosten kann hier ein Beitrag zur Umweltentlastung und Kostensenkung verwirklicht werden," stellte Umweltamtsleiter Basse erfreut fest. "Zudem wird so der Landwirtschaft eine nachhaltige Erwerbssicherheit geboten," so Basse weiter. Die Planer setzen große Hoffnungen in das Projekt. Dieses verdeutlicht sich dadurch, dass die gesamten Vorplanungskosten von ihnen getragen werden.

Informationen zum neuen Förderprogramm ZILE und dem Masterplan Bioenergie gibt es im Agenda-Büro des Landkreises Hildesheim, Telefon 05121/309 555 oder per Email agenda21@landkreishildesheim.de

 

Autor: Pressestelle