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Untere Naturschutzbehörde betreibt wieder umfangreiche Amphibienschutzmaßnahmen

(LK06-5-008) Kröte, Molch & Co. leben zu keiner Jahreszeit gefährlicher als im Frühjahr. Kaum war langanhaltende Frost der vergangenen Wochen vorüber hat sie eingesetzt - die Zeit der Amphibienwanderungen. Schon wenige warme Tage haben genügt und die ersten Tiere haben sich auf ihren Weg von den Winterquartieren in die heimischen Laichgewässer gemacht. Damit sie ihr Ziel sicher erreichen, organisiert die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Hildesheim in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Vereinen, Verbänden und vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern wieder umfangreiche Schutzmaßnahmen.

Viele Arten sind bereits vom Aussterben bedroht

In der Zeit von März bis Ende April sind die für Amphibien lebensrettenden Maßnahmen unerlässlich geworden, da sich die Lebensbedingungen der Tiere im Laufe der Jahre mehr und mehr verschlechtert haben. Durch die Zerstörung der natürlichen Lebensräume steht eine Vielzahl der Amphibien auf der Liste der gefährdeten Arten. "Unser Ziel ist es den vorhandenen Bestand der Tiere zumindest konstant zu halten", erklärt Bernd Lynack von der Unteren Naturschutzbehörde.

Fangzäune und Straßensperrungen sollen helfen

Auf ihrem Wanderweg trifft die "Wanderschar" fast immer auf ihr gefährlichstes Hindernis überhaupt: die Straßen. Die Naturschutzbehörde lässt darum nachts einige Straßenabschnitte für den Verkehr sperren. Betroffen hiervon sind in diesem Jahr noch bis zum 30. April folgende Streckenabschnitte: die überörtliche Verbindungsstrasse zwischen Derneburg und Sottrum, sowie die K 308 auf freier Strecke zwischen der L 497 in der Gemarkung Nienhagen und der Einmündung der K 309 in der Gemarkung Sillium. Beide Sperrungen sind zeitlich auf die Nachtstunden täglich zwischen 20.00 Uhr und 6.00 Uhr begrenzt. Darüber hinaus wird im Alfelder Stadtgebiet die Straße "Antonianger" im Bereich des Gymnasiums für den Verkehr ganztägig gesperrt. An insgesamt 16 weiteren Streckenabschnitten errichtet die Untere Naturschutzbehörde mit Unterstützung von Jugendfeue

rwehren, Vereinen und Verbänden, den Gemeinden und Straßenmeistereien im Landkreis, aber auch zahlreichen Privatpersonen, Schutzzäune entlang der Straßen.

Die Tiere laufen an den Fangzäunen entlang und fallen in eingegrabene Eimer, die dann ein- bis zweimal pro Tag von ehrenamtlichen Helfern über die Straße getragen werden, damit sie dort gefahrlos weiterziehen können. Zusätzlich zu den Straßensperrungen und aufgestellten Zaunanlagen werden Verkehrsteilnehmer noch an elf weiteren Straßenabschnitten durch Amphibienwarnschilder auf die Krötenwanderung aufmerksam gemacht.

Autofahrer sollten Geschwindigkeit anpassen

"Autofahrer sollten in den kommenden Wochen entlang mit 'Krötenwarnschildern' gekennzeichneten Bereichen besonders achtsam sein", appelliert der Leiter des zuständigen Fachdienstes Umwelt, Helfried Basse. Kröten und Lurche nutzen den aufgewärmten Asphalt gerne für eine Verschnaufpause. Durch plötzlich auftretendes Scheinwerferlicht fallen die nachtaktiven Tiere in eine Art Schreckstarre. Um eine unnötige Gefährdung der Tiere zu vermeiden, sollten Autofahrer in diesen Bereichen möglichst nur mit Ortsgeschwindigkeit fahren. Nur so könne verhindert werden, dass die Tiere durch den Sog der vorbeifahrenden Fahrzeuge durch die Luft gewirbelt werden und ihren Verletzungen erliegen, so die Naturschützer Basse und Lynack.

Alle Amphibienwanderstrecken sind im Internet abrufbar

Weitere Informationen rund um den Amphibienschutz im Landkreis Hildesheim sind - wie auch in den vergangenen Jahren - auf der Homepage des Landkreises unter der Adresse www.landkreishildesheim.de – Stichwort "Amphibienschutz" – abrufbar. Selbstverständlich steht Bernd Lynack, als zuständiger Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde unter der Rufnummer 05121/309-4051 oder per E-Mail unter Bernd.Lynack@LandkreisHildesheim.de für weitere Fragen zur Verfügung.

Bildunterschrift:

Dank Unterstützung vieler Helfer konnten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Amphibienzäune aufgestellt werden

 (Foto: lps/5).