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- Unzulässige Internetseiten werden gesperrt -

(LK06-3-005)  Der Fachdienst Schule und das Kreisjugendamt haben den Kreisschulen und den öffentlichen Jugendzentren jetzt die Installation eines Jugendschutzfilters nahegelegt, um den Zugriff auf unzulässige Internetseiten durch Jugendliche zu verhindern. Für die teilnehmenden Schulen trägt der Schulträger die Kosten von 250 Euro pro Schule pro Jahr quasi als Anschubfinanzierung im ersten Jahr.

Für die Jugendzentren, wo weit weniger Rechner zum Surfen vorhanden sind, will das Jugendamt die Kosten übernehmen. "Das ist gut angelegtes Geld", meinen Kreisjugendpfleger Klaus Bange und Karl-Heinz Brinkmann, Leiter des Fachdienstes Schule im Kreishaus. Sollten sich alle Schulen des Landkreises beteiligen, was sich Brinkmann wünscht, fielen im ersten Jahr knapp 8.000 Euro an. "Das können wir aus Haushaltsresten finanzieren", so Brinkmann weiter, weil der Fachdienst im letzten Jahr gut gewirtschaftet habe und Einsparungen übertragen worden seien. In den Folgejahren müssten die Schulen diese Kosten jedoch selbst aus dem Schulbudget oder den Landesmitteln für die Schulnetzbetreuung aufbringen, wobei sich der Jahresbetrag von 250 Euro noch verringern kann.

Die Notwendigkeit, unzulässige Internetinhalte herausfiltern, steht für Bange und Brinkmann außer Frage. Spätestens seit der Vorstellung des Pilotprojektes "Jugendschutzfilter für bayerische Schulen" im Hildesheimer Kreishaus, zu der neben den Kreisschulen unter anderem auch die Jugendverbände und Jugendpfleger/innen im Landkreis eingeladen waren, sehen beide akuten Handlungsbedarf.

Der aus Hildesheim stammende Autor Matthias Sandau, der als Lehrer am Sonderpädagogischen Förderzentrum Passau auch für die Systemadministration der Schul-EDV zuständig ist, hatte mit zum Teil drastischen Beispielen deutlich gemacht, was für unzulässige Inhalte im Internet vorhanden sind, die von Schülern abgerufen werden können und auch abgerufen werden.

"Die gezeigten gewaltverherrlichenden, pornographischen und rassistischen Seiten haben mich sehr betroffen gemacht und meine Vorstellungskraft übertroffen", sagt Brinkmann. Bange ergänzt, ihn habe überrascht, dass sich bereits zum Teil Grundschüler derartige Dinge ansehen und dieses den Eltern vielfach gar nicht bewusst sei. Der jetzt angebotene Jugendschutzfilter soll - auch wenn dieses im häuslichen Bereich möglicherweise nicht geschieht - zumindest in den Schulen und den Jugendeinrichtungen das Surfen in unzulässigen Inhalten verhindern. Im Rahmen des Pilotprojekts "Jugendschutzfilter für bayerische Schulen" ist ein zentraler, webbasierter Proxi-Filterserver aufgesetzt worden, der in Deutschland unzulässige Internetinhalte aus dem Internetangebot der Schulen nach den Bestimmungen des Jugendschutzes, Jugendmedienschutzes und des Strafgesetzbuches herausfiltert. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landeskriminalamt werden die Filterlisten durch Sandau und seine ehrenamtlichen Mitstreiter täglich aktualisiert. Weiterhin fließen die Erkenntnisse weiterer staatlicher Stellen ein, wie etwa der Bundesprüfstelle für jugendgefährdender Medien.

Neben der Bereitstellung und Pflege des Filtersystems wird in Zusammenarbeit mit der Polizei ein Präventionskonzept den teilnehmenden und interessierten Schulen zur Verfügung gestellt. Im Rahmen dieser Präventionsarbeit stehen die Mitarbeiter des Pilotprojekts für Veranstaltungen mit Eltern und Schülern, aber auch Fortbildungsveranstaltungen im Bereich der Schule und Verwaltung zur Verfügung, um über die Problematik unzulässiger Internetinhalte aufzuklären und zu sensibilisieren.

Die in dem zentralen Filterserver hinterlegten Filterlisten werden täglich überprüft und aktualisiert. Damit ist größtmögliche Sicherheit gewährleistet. Für den Betreuer der lokalen Rechnernetze, in der Regel ein Lehrer einer Schule, bedeutet dies eine erhebliche Erleichterung seiner Arbeit. Statt ständig irgendwelche Filterlisten zu aktualisieren, kann er sich darauf verlassen, dass seine Filterlisten stets auf dem laufenden Stand sind, weil sie zentral gepflegt und aktualisiert werden.

Das bayerische Pilotprojekt soll in einem bundesweiten Gesamtkonzept umgesetzt werden. Dabei ist beabsichtigt, zentrale Jugendschutzfilter in jedem Bundesland aufzubauen und in einem gemeinsamen Netzverbund abzugleichen, so dass ein bundeseinheitlicher Standard in der Filterung unzulässiger Internetinhalte erreicht wird. Derzeit laufen Gespräche über den Aufbau weiterer zentraler Jugendschutzfilter, unter anderem auch in Niedersachsen. Die Stadt Hildesheim nutzt den Jugendschutzfilter bereits für ihre Schulen. Nun sollen die Kreisschulen und Jugendeinrichtungen folgen. Für weitere Informationen steht der Fachdienst Schule, Telefon: 05121/309-333 (E-Mail: Karl-Heinz.Brinkmann@landkreishildesheim.de zur Verfügung.