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(LK06-5-004) Die Energiegewinnung aus Biomasse findet zunehmend auch im Landkreis Hildesheim verstärkt Zuspruch. Mit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wurde die Vergütung für Strom aus Biomasse neu geregelt und die Einnahmen der Betreiber über einen Zeitraum von 20 Jahren festgeschrieben. Landwirte, die sich in Folge landwirtschaftlicher Marktneuordnungen nach immer neuen Betätigungsfeldern umorientieren müssen, erhalten so Planungssicherheit.

Nach Mitteilung des Fachdienstleiters Umwelt beim Landkreis Hildesheim, Helfried Basse, befindet sich zwar erst eine einzige Biogasanlage im Betrieb, doch gemessen an den zur Zeit bei den Genehmigungsbehörden anhängigen Verfahren, sollen sich die Betriebe demnächst vervielfachen. Basse zählt auf, dass sich bereits drei weitere Anlagen im Bau befinden, für fünf Vorhaben das Genehmigungsverfahren laufe und für weitere sieben Standorte konkrete Planungen angestellt würden. Bemerkenswert sei hierbei, dass die Anlagen flächendeckend über das gesamte Kreisgebiet verteilt seien.

Vor der Inbetriebnahme einer Biogasanlage haben sich die Antragsteller jedoch mit einer auch für Fachleute sehr komplexen Rechtslage auseinander zu setzen. "Allein die Tatsache, dass sich die Zuständigkeiten möglicher Genehmigungsbehörden nach der Größe und dem Umfang des Vorhabens richtet, ist unbefriedigend", beurteilt Basse die aufwändigen Genehmigungsverfahren. Infrage kommen Verfahren nach Baurecht und Immissionsschutzrecht. Darüber hinaus entscheiden über die Anträge - je nach Betriebsgröße - entweder der Landkreis, oder das Gewerbeaufsichtsamt, bei größeren Vorhaben. Die Kreisverwaltung hat deshalb in enger Zusammenarbeit mit allen am Genehmigungsverfahren beteiligten Behörden Strukturen geschaffen, die es Interessenten erleichtern sollen, die gewünschten Antragsverfahren zügig und kompetent abzuwickeln. Auch das Landvolk werde in die Genehmigungsverfahren eng eingebunden um zeitnahe Entscheidungen treffen zu können.

Der weiteren Entwicklung und Etablierung von Biogastechnologie steht die Kreisverwaltung aufgeschlossen gegenüber. "Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Neuordnung des Zuckermarktes stehen den Landwirten der Region so neue Möglichkeiten zur sinnvollen Bewirtschaftung der nunmehr freigewordenen Nutzflächen zur Verfügung", erklärt Landrätin Ingrid Baule. Dieses Potential sieht auch das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium. Laut den von dort veröffentlichten Zahlen wird derzeit in Deutschland jede dritte Kilowattstunde Biostrom in niedersächsischen Biogasanlagen erzeugt.

Und auch seitens des Ministeriums rechnet man mit einer weiter steigenden Zahl der Anlagen. Neu ist nach Einschätzung von Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen, dass der Biogas-Schwerpunkt nicht mehr ausschließlich in Zentren der tierischen Produktion wie Cloppenburg und Vechta liegt, sondern nunmehr auch in bevorzugten Ackerbauregionen wie beispielsweise im Kreis Hildesheim.

Die in Folge der Neuordnung des Zuckermarktes freigewordenen landwirtschaftlichen Flächen können als Ergänzung der Fruchtfolge und Nutzung der nicht für die Nahrungsgewinnung notwendigen Flächen, mit nachwachsenden Rohstoffen bestellt werden, die in eigenen oder fremden Biogasanlagen eingesetzt werden. In der Gewinnung von Strom und Wärme aus Biogas, den damit verbundenen Effekten für die Umwelt, sowie der Möglichkeit, durch den Verkauf von elektrischer und thermischer Energie landwirtschaftliche Einkommen zu sichern, seien, so Landrätin Baule, nur einige von vielen Gründen, den Bau von Biogasanlagen zu unterstützen.

Für weitere Informationen zur Genehmigung von Biogasanlagen steht Stefanie Becker, als Ansprechpartnerin des Fachdienstes Umwelt unter der Rufnummer 05121/309-424 oder per E-Mail unter stefanie.becker@landkreishildesheim.de zur Verfügung.