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(LKHi 12-4-046) Die Niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan machte in ihrem Grußwort zum 5. Niedersachsischen Fachtag „Wohnen im Alter“ deutlich, dass der Bedarf an altersgerechten Assistenzsystemen stetig größer wird. Gründe seien die gesellschaftlichen Veränderungen infolge des demografischen Wandels oder Wunsch der meisten Menschen, möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten persönlichen Umfeld wohnen zu bleiben. Die Veranstaltung soll dazu beitragen, die Thematik stärker in den öffentlichen Blickpunkt zu rücken und positive Entwicklungen zu fördern.
   200 Vertreter von Kommunen, sozialen Organisationen und Verbänden, sowie Wissenschaft und Wirtschaft aus Niedersachsen waren am 18. Oktober im Kreishaus Hildesheim zusammengekommen, um über die Entwicklungen entlastender technischer Unterstützungssysteme zu diskutieren. Unter AAL (Ambient Assisted Living) versteht man altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben. Es beinhaltet Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die neue Technologien und das soziale Umfeld miteinander verbinden. Das können beispielsweise neuartige telemedizinische Lösungen sein oder technische Helfer, die einen Teil der täglichen Hausarbeit übernehmen. Ziel ist es, die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten, vor allem im Alter, zu erhöhen bzw. zu erhalten.
   In verschiedenen Vorträgen wurden die Innovationen und technischen Neuerungen vorgestellt. Es wurde auch der Frage nachgegangen, welche Bedürfnisse, Anforderungen und Akzeptanzbarrieren bei älteren Menschen bestehen.
   Am Nachmittag wurden in zwei Praxisrunden aktuelle Entwicklungen in Niedersachsen vorgestellt. Beispielsweise wurden Musterwohnungen der Wolfsburg AG, des Bitz in Braunschweig und ein Musterhaus in Garrel vorgestellt. Die Kreiswohnbau Hildesheim präsentierte das Wohnprojekt Argentum in Sarstedt, welches mit intelligenter Smart Home Technik ausgestattet wird. Mittels Tablet-PC lassen sich per Funk vielfältige Funktionen, wie Wärme, Licht, Strom, Brand oder Einbruchschutz, steuern.
Abschließend wurden auch sozialethische Konflikte beleuchtet. Wie kann der Einsatz technischer Systeme bei älteren Menschen mit Unterstützungsbedarf im Zusammenhang mit reduziertem Personalaufwand in der Pflege gestaltet werden?
   Björn Kemeter, Referatsleiter im Niedersachsischen Sozialministerium, bewertete die Fachtagung in seinem Schlusswort als sehr gelungen und hofft auf nachhaltige Impulse bei der Weiterentwicklung und Nutzung der Assistenzsysteme.
   Die Veranstaltung wurde vom Niedersachsenbüro Neues Wohnen im Alter in Kooperation mit Stadt und Landkreis Hildesheim durchgeführt. „Die Information und Beratung über zukunftsorientiertes generationsübergreifendes selbstbestimmtes Wohnen in der Region Hildesheim hat eine zunehmende Bedeutung“, so Manuel Stender, zuständig für die Strukturplanung der Seniorenarbeit beim Landkreis Hildesheim. „Wichtig ist, sich frühzeitig über die Möglichkeiten zu informieren, wie die Wohnung oder das Haus den Bedürfnissen des Alters oder bei Behinderung angepasst werden kann“. Eine Dokumentation der Fachtagung wird demnächst online unter www.landkreishildesheim.de/Senioren/ProjekteundVeranstaltungen abrufbar sein.
   Weitere Auskünfte zum Thema bietet die Wohnberatung des Seniorenservicebüro, Ulrich Geßler, Tel. 05121/309-1592, sowie der Pflegestützpunkt Hildesheim, Antje Rose, Tel. 05121/309-1602. Beide Büros befinden sich im Erdgeschoss des Kreishauses in der Bischof-Janssen-Str. 31.