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(LKHi 15-16) Arbeitseinsatz auf der Kriegsgräberstätte Ysselstein (Niederlande)

 „Für die Verdienste an dem Werk der Kriegsgräberfürsorge, das der Verständigung und der Erhaltung des Friedensdienst …“, so der einleitende Text der Anerkennungsurkunde, mit der jetzt sieben Reservisten der Reservistenkameradschaft Despetal von Landrat Reiner Wegner ausgezeichnet wurden. Während ihres Einsatzes im Juni des Jahres wurden die Reservisten aus dem Landkreis von zwei aktiven Soldaten des Panzerpionierbataillons 1 Holzminden begleitet. Während der Ehrung waren auch Rainer Grygiel, Beauftragter des Volksbundes (Bezirksverband Hannover) für die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr, anwesend. Zwölf Tage ihrer Freizeit hatten die Reservisten geopfert, um die Gräber auf der Kriegsgräberstätte in Ysselstein, ca. 25 km östlich von Eindhoven, zu pflegen.

Fünf gefallene Soldaten mit militärischen Ehren bestattet

Reiner Wegner, Vorsitzender des Kreisverbandes Hildesheim des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, und Karl-Heinz Brinkmann (Geschäftsführer des Kreisverbandes) ließen sich im Kreishaus über die Details des Arbeitseinsatzes umfassend informieren. Die Reservistengruppe unter Leitung des Kommandoführers Michael Stegemann, Despetal, hatte sich die Aufgabe gestellt, rund 30 Hektar Rasen mit der Rasenmähmaschine zu mähen und umfangreiche Schredderarbeiten durchzuführen. Außerdem mussten Grabkreuze frei geschnitten werden, was bei über 31.000 bestatteten Soldaten einer Mammutaufgabe glich. Hinzukam, dass kurzfristig eine feierliche Beisetzungsfeier für zufällig bei Straßenbauarbeiten gefundene sterbliche Überreste von fünf deutschen Soldaten organisiert werden musste. Ein Identifikationsspezilist der niederländischen Streitkräfte hatte zuvor die nicht leichte Identifikation der gefallenen Soldaten nach so vielen Jahren übernommen. Anhand von Ausrüstungsgegenständen war es so zumindest gelungen, die Nationalität der gefallen Soldaten festzustellen. Sie wurden mit militärischen Ehren und unter Beteiligung aktiver Nato-Soldaten beigesetzt.

Despetals Bürgermeister Andreas Zastrow ließ es sich nicht nehmen, die Reservisten ins Kreishaus zu begleiten. Dabei zitierte er den Humanisten und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer, der einmal „Soldatenfriedhöfe als Prediger des Friedens“ bezeichnet hatte.

Landrat Wegner dankte den Reservisten für die geleistete ehrenvolle Arbeit. Sie hätten mit ihrem Einsatz zum Erhalt des Soldatenfriedhofs Ysselsteyn auch einen wesentlichen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet.

Landrat Reiner Wegner nach der Übergabe der Ehrenurkunden an die Mitglieder der Reservistenkameradschaft Despetal und deren Begleiter im Kreishaus. (Foto: lps)