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(LKHi 13-02-009) Selbstbewusst kommt Molgorzata Schymall-Gaj zur Tür hinein. Die junge Polin wird heute ihre Einbürgerungsurkunde erhalten und Bürgerin der Bundesrepublik Deutschland werden. Vor einigen Monaten hatte sich Schymalla-Gaj bereits nach den Voraussetzungen für eine Einbürgerung beim Fachdienst für Ausländerangelegenheiten, Integration und Standesamtswesen erkundigt. Jetzt hat es geklappt.

Schymalla-Gaj lebt nun schon, mit einer kurzen Unterbrechung, seit 1998 in Deutschland und möchte nun endlich ganz dazugehören, schilderte sie den Mitarbeitern der Einbürgerungsstelle. Vor allem wolle sie, stärker als bisher, am politischen Leben teilhaben können.

Sich selbst als sprachbegeistert beschreibend, interessierte sich Frau Schymalla-Gaj bereits während ihrer Schulzeit in Polen für die deutsche Sprache. Eine Intensivierung dieser Kenntnisse erfolgte während eines einjährigen Aufenthalts in Deutschland, den sie als Au-pair verbrachte. Sie kehrte kurz nach Polen zurück und bestand die Aufnahmeprüfung für das Germanistikstudium.
Aufgrund familiärer Bindungen entschied sich Schymalla-Gaj zu einem dauerhaften Umzug nach Deutschland. Nach Heirat und Geburt ihres Sohnes nahm sie im Jahr 2005 eine Tätigkeit als Honorarkraft bei der AWO Hildesheim auf. Diese Tätigkeit liegt ihr bis heute sehr am Herzen. „Die Sprache ist ein wichtiger Teil der Integration. Wie soll man in der neuen Heimat ankommen, ohne die Sprache zu sprechen oder zu verstehen“, merkt sie kritisch an.
Rückblickend auf ihre Zeit in Deutschland berichtet sie von vielen Menschen, die ihr Mut zugesprochen hatten, ihren eigenen Weg zu gehen und ihre Talente gefördert haben. Heute ist sie sozial und politisch aktiv und wurde auch zur stellvertretenden Vorsitzenden der Integrationskommission des Landkreises gewählt.
Derzeit ergänzt die neue deutsche Staatsbürgerin ihr Studium aus Polen durch einen „Anpassungslehrgang“ an der Universität Hildesheim, sodass sie künftig als Lehrerin für Deutsch und Religion an einer Grundschule unterrichten kann.
Entscheidend für ihren Antrag auf Einbürgerung war aber auch, dass sie als EU-Bürgerin ihre polnische Staatsbürgerschaft behalten kann. „So bleibe ich – angekommen in Deutschland - meinem Geburtsland Polen auch weiterhin verbunden“, erklärt Schymalla-Gaj.
Mit dem Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft ist die Übernahme der vollen bürgerlichen Rechte und Pflichten verbunden. Erworben wird nicht nur das aktive und passive Wahlrecht, sie sichert die Berufsfreiheit, Reisefreiheit ohne Visum in viele Länder inner- und außerhalb Europas und eröffnet weit reichende Freizügigkeitsrechte.
Jährlich werden im Landkreis Hildesheim rund 100 Personen eingebürgert. Über die Einbürgerungsvoraussetzungen und anfallende Gebühren können sich Interessierte bei der Einbürgerungsstelle des Landkreises Hildesheim informieren. Ansprechpartner hier sind Sandra Hartmann (Tel. 0 51 21/309-35 61) und Udo Roffmann (Tel. 0 51 21/309-35 62).

BU: Fachdienstleiter Werner Schwarz, Mologorzata Schymalla-Gaj und Sandra Hartmann beim Überreichen
der Einbürgerungsurkunde. (Foto: lps)