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(Schellerten/htw) Man sollte es nicht glauben: Ihre Hauptwerkzeuge beim Malen sind nicht Zeichenstift oder Pinsel, sondern Bügeleisen, Lötkolben, Föhn und kleine Bürsten. Vor zwei Jahren hat die 63-jährige Edith Bormann aus Dingelbe diese alte künstlerische Maltechnik „Enkaustik“ in einem Bastelheft entdeckt, ausprobiert und sofort Freude daran gefunden. 

Hilfestellung gab ihr eine bekannte Malerin, die damit schon Erfahrung hatte. Jetzt stellt sie 12 ihrer Bilder bis Ende Juli während der Öffnungszeiten im Rathaus der Gemeinde Schellerten aus. Zur Eröffnung der Ausstellung „Zauberhafte Welten“ konnte Bürgermeister Axel Witte mehr als 50 Gäste begrüßen. Er selbst gab zu, dass er sich über diese Art Kunst auch erst schlau machen musste.

Mit echtem Bienenwachs und guter Farbe, so die Hobbykünstlerin Bormann, könne man der Fantasie freien Lauf lassen. Die Enkaustik-Kunst stamme aus dem griechischen Wort „enkauston“ (mit Feuer erwärmen, einbrennen) und sei eine uralte Technik. Berühmte ägyptische Mumien seien mit dieser über 2000 Jahre Technik hergestellt und die Farben hätten bis heute nichts von ihrer Leuchtkraft eingebüßt, sagte Bormann.

Die Farbpartikel würden in flüssigem Wachs gebunden mit elektrischen Geräten (Bügeleisen oder Lötkolben) auf den Malgrund aufgebracht. Diese faszinierenden und farbenprächtigen Bilder, erzählt die Künstlerin, hätten nicht nur einen außergewöhnlich schönen Glanz, sondern auch eine bestechende Tiefenwirkung. Das Licht dringe in das Wachs ein und werde nicht von der Oberfläche reflektiert. Dadurch entstehe dieser einmalige Schimmer, woran sie eine besondere Freude gefunden habe.

Ihr Mann Klaus Bormann erzählte, dass sie fast täglich aus der Laune heraus oder spontan an ihrem Arbeitsplatz im Büro daran arbeite. Selbst der Duft nach Bienenwachs sei bei der künstlerischen Arbeit angenehm. Ihre Schwiegertochter Djanabou Diallo-Hartmann wies darauf hin, dass die Künstlerin in Jugoslawien geboren sei und in Minden als Arzthelferin gearbeitet habe. Im Jahr 1999 sei sie dann nach Dingelbe gezogen. Schon immer habe ihr die Aquarelloder Acrylmalerei am Herzen gelegen. Aber auch die Fertigung von Modeschmuck zähle dazu, sagt ihr Sohn Torsten Hartmann. Edith Bormann bietet für Interessenten auch Einführungskurse an. Die können sich bei ihr unter der Telefonnummer: 0 51 23/40 82 04, oder per E-Mail unter e.bormann1@web.de melden.

(geänderter) Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors (Hans-Theo Wiechens/Hildesheimer Allgemeine Zeitung)

Bild: Bürgermeister Axel Witte mit Künstlerin Edith und Klaus Bormann sowie Sohn Torsten Hartmann und Laudatorin Djanabou Diallo-Hartmann (von links) vor einem der farbenprächtigen Werke im Rathaus der Gemeinde Schellerten. Foto: Wiechens