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Söder

Barockschloss Söder

Einer der schönsten Flecken in der Gemeinde Holle ist das von Wasseranlagen umgebene Barockschloss Söder, das im 18. Jahrhundert aufgrund seiner umfangreichen Kunstsammlung in ganz Deutschland berühmt war und von vielen großen Persönlichkeiten besucht worden ist.

Der Domherr Moritz von Brabeck baute das Schloss in jahrzehntelanger Arbeit zu seiner heutigen Ausdehnung aus. Als Kunstliebhaber stellte er eine außergewöhnliche Gemäldegalerie in Söder zusammen, die Werke von Holbein, Kranach, Raffael, Dürer, Leonardo da Vinci, Rubens, Tizian, Rembrandt, Breughel und vielen anderen namhaften Künstlern enthielt. Der damalige Wert betrug ungefähr 500.000 Taler, was heute weit mehr als 50 Millionen Mark entspräche. 1791 verschönerte Moritz von Brabeck das Schloss mit den beiden Pavillons, der Brücke und dem Tor, fasste das Gewässer auf der Nordseite durch Sandsteinbauten ein und begründete den Park.

Nach einem Brand wurde Söder in den Jahren 1845 bis 1848 neu aufgebaut. Die Kunstsammlung wurde 1859 auf testamentarischen Wunsch von Moritz von Brabeck "in alle Welt zerstreut". 1862 übernahmen die Grafen von Schwicheldt das Schloss Söder. Unter Graf Curt von Schwicheldt fanden von 1901 bis 1907 umfangreiche Umbauten und Erneuerungen im Inneren des Schlosses statt: der Bau des Wirtschaftshofes auf der Westseite, der Springbrunnen, die Auffahrt und Terrasse, die Orangerie und der Sandsteinstall. Der gesamte Besitz des Grafen, der bereits mit 35 Jahren starb, fiel an seine einzige Tochter Sigrid, die 1922 den Grafen Eberhard von Hardenberg heiratete. 1968 übernahm die Gräfin Carola von Hardenberg den Besitz von ihrer Mutter, und die Gebäude wurden unter Beibehaltung des alten Stiles stark erneuert und modernisiert.